Mit einer Riesenparty auf dem Kölner Rathausmarkt verleiht ein ganzes Land seiner Freude Ausdruck: Mit 29:24 vermochte es das Team um Bundestrainer Heiner Brand, im Finale der Handball-WM Polen zu bezwingen und zum dritten Mal nach 1938...
Mit einer Riesenparty auf dem Kölner Rathausmarkt verleiht ein ganzes Land seiner Freude Ausdruck: Mit 29:24 vermochte es das Team um Bundestrainer Heiner Brand, im Finale der Handball-WM Polen zu bezwingen und zum dritten Mal nach 1938 und 1978 den Weltmeister-Titel nach Deutschland zu holen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merel gratulierte dem siegreichen Team vom Ausland aus: "Die Mannschaft hat Millionen Deutschen mit beispielloser Hingabe und Leidenschaft große Freude bereitet."
Vor 19.000 begeisterten Zuschauern hatte das Team um Markus Baur, mit Pappkronen und Stoffbärten geschmückt, in der Kölnarena die begehrte Trophäe von Bundespräsident Horst Köhler in Empfang genommen. Daraufhin setzten sich in ganz Deutschland Autokorsi in Bewegung, die Stimmung erinnerte viele an die Höhepunkte der Fußball-WM im vergangenen Sommer. Auch Fußball-'Kaiser' Franz Beckenbauer bekräftigte: "Die Fußball-WM war ein Sommermärchen, das ist nun ein Wintermärchen".
Deutschland war vor Turnierbeginn als krasser Außenseiter gehandelt worden, es schien ein ausgemachte Sache zu sein, dass die amtierender Welt- und Europameister Spanien und Frankreich das Titelrennen zwischen sich ausmachen würden. Doch dann kam alles anders: Beide Teams konnte das deutsche Team im Viertel- sowie im Halbfinale nach knappenKrimi-Partien ausschalten, einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatte die eindrucksvolle heimische Fan-Kulisse, die das Team zu immerneuen Höchstleistungen anspornte.
Im Finale überraschte dann Deutschland wieder, bereits in der ersten Halbzeit ging die Mannschaft von Heiner Brand mit 17:13 in Führung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit dann der Schock: Der vielleicht grösste WM-Held, Torhüter Henning Fritz, zog sich ohne Einwirken eines Gegenspielers einen Muskelfaserriss in der Wade zu, das Team schein verunsichert, hatte Fritz mit seinen Traumparaden den Einmarsch ins Finale dorch erst möglich gemacht.
Die Polen verkürzten auf 21:22, doch dann war bei ihnen endgültig die Luft draussen. Erst erhöhte Pascal Heinz mit zwei Treffern auf 24:22, dann machte Torsten Jansen mit seinerseits zwei Treffern zum 26:22 alles klar. Nun kippte die Stimmung endgültig, bereits vier Minuten vor Schluss setzten die deutschen Fans zu Freudesgesangen und Partystimmung an. Auch am Ergebnis änderte sich dann noch wenig, mit 29:24 schlossen die Mannschaften das Spiel ab - und verliessen, zumindest was das deutsche Team anbelangt, das Spielfeld nicht für die Umkleidekabine, sondern für die Ehrentribüne. Und für den Rathausmarkt. So gefällt uns das. (mso)