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05.07.2007Wladimir Putin triumphiert und holt Olympia 2012 nach Sotschi

Die Olympischen Winterspiele 2014 werden im russischen Sotschi stattfinden: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat der Stadt am Schwarzen Meer in der Nacht zum Donnerstag in Guatemala-Stadt den Zuschlag gegeben. Die Mitglieder...

Die Olympischen Winterspiele 2014 werden im russischen Sotschi stattfinden: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat der Stadt am Schwarzen Meer in der Nacht zum Donnerstag in Guatemala-Stadt den Zuschlag gegeben. Die Mitglieder des Komitees entschieden sich damit gegen Salzburg und das südkoreanische Pyeongchang.

In Sotschi steht allerdings noch keine Wettkampfstätte. Lediglich auf Computeranimationen ist bisher zu sehen, wie die 400.000 Einwohner-Stadt 2014 aussehen soll. Russlands Präsident Wladimir Putin versprach dem IOC jedoch, dass die Spiele vom 7. bis 23. Februar in den fertigen Anlagen stattfinden werden. Ein hoher Etat soll dafür Garantie tragen. Zwölf Milliarden Dollar sind für das neue Wintersportzentrum veranschlagt, das operative Budget für die Spiele beträgt 1,5 Milliarden Dollar.

Das Budget liegt damit über dem von Pyeongchang und deutlich über dem österreichischen Vorschlag, der schon in der ersten Entscheidungsrunde abgelehnt worden war. Pyeongchang hat damit zum zweiten Mal nur knapp verloren. Die südkoreanische Stadt hatte sich bereits für die Winterspiele 2010 beworben. Pyeongchang warb mit einem besseren Zugang zu den asiatischen Märkten, der durch die Spiele in Südkorea gegeben sei, und mit einigen bereits bestehenden Spielstätten. Doch auch die Verpflichtung des italienischen Ski-Stars Alberto Tomba für einen Werbefilm reichte nicht aus, um gegen die pompöse Werbestrategie Sotschis

anzukommen.

So reiste Präsident Putin zwar etwas später als die anderen Staatsvertreter in Guatemala-Stadt an, hielt jedoch eine flammende Rede vor dem IOC, in der er sich weltoffen zeigte und teilweise auf Englisch und Französisch sprach. Außerdem garantierte er dem Komitee eigens, dass es im Februar 2014 echten Schnee in Sotschi geben wird. Zu Werbezwecken hatte Sotschi im tropischen Guatemala zudem sogar eine Eisbahn errichtet.

Zuvor hatte es jedoch auch Kritik an der Bewerbung Sotschis gegeben. Kritikpunkte waren unter anderem die großen Umweltschäden, die durch die vielen Neubauten in Sotschi entstehen, sowie Russlands schwierige Visa-Bedingungen, die es Anhängern aus bestimmten Ländern möglicherweise erschweren, an den Spielen teilzunehmen.

Salzburg, das auf den guten Ruf seiner bewährten Wettkampfstätten gebaut hatte, hatte sich mit einem Etat von weniger als einer Milliarde Dollar beworben und auf extravagante Werbestrategien verzichtet. Die Niederlage wurde mit großer Enttäuschung aufgenommen.

Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer machte keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit über die Entscheidung des IOC. „Wenn das jetzt eine Grundsatzentscheidung ist, und kleine Länder in Zukunft keine Chance mehr haben, dann ist das eine völlig falsche Entscheidung und gegen die olympische Idee.“ Auch der ehemalige Rodler Georg Hackl, der den bayerischen Ort Königssee repräsentierte, das Salzburg seinen Eiskanal zur Verfügung gestellt hätte, zeigte sich enttäuscht. „Der heutige Tag war eine Weichenstellung, da blutet einem als Athlet das Herz“, so Hackl.  

Salzburgs Niederlage könnte allerdings eine Tür für eine Bewerbung von München für die Spiele von 2018 öffnen. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) kündigte am Donnerstag an, beim Deutschen Olympischen Sportbund  (DOSB) für eine neue Kampagne zu werben. Bereits vor der jüngsten Entscheidung des IOC hatte sich der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) eigenmächtig mit einem Brief an das Komitee für Olympia 2018 in München eingesetzt.

Da seine Initiative nicht mit dem DOSB abgesprochen war, war Stoiber heftig von  dessen Präsident Thomas Bach kritisiert worden. Lange wird sich Stoiber derartige Sperenzien allerdings ohnehin nicht mehr erlauben können: Am 9. Oktober beerbt ihn Günther Beckstein als bayerischer Ministerpräsident und dann ist mit der Stoiberschen Extrawurst endgültig Schluss. (sf)

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