Große Freude und Jubel herrscht bei den deutschen Handballern und ihren Fans. Mit einem 31:29 zitterte sich der amtierende Weltmeister gegen die Schweden vor 2.915 Zuschauern ins Halbfinale und ließ Trainer Heiner Brand aufatmen.
Es war keine hochklassige, aber eine spannende und kampfbetonte Partie. Die Deutschen erreichten mit einem großen Kämpferherz das EM-Halbfinale in Norwegen und dürfen nun weiter vom zweiten EM-Titel nach 2004 träumen. Am kommenden Samstag trifft der amtierende Weltmeister auf den WM-Dritten Dänemark (18.00 Uhr/live in der ARD).
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„Die Dänen haben sich nicht Deutschland gewünscht. Wir müssen jetzt da weitermachen und unsere verletzten Spieler ersetzen", sagte HSV-Torhüter Johannes Bitter. Er hat in der hektischen Schlussphase den 36. Sieg im 91. Vergleich mit den Schweden festgehalten
Bereits in der Anfangsphase konnte die DHB-Auswahl kontinuierlich punkten. Eine Glanzleistung lieferten Holger Glandorf und Pascal Hens, die mit je sieben Treffern die besten Werfer waren. Eine gute Vorstellung zeigte diesmal auch Andrej Klimovets, den Brand am Kreis gut eingesetzte.
Bereits in der 13. Minute führten die Deutschen mit 9:7. Doch im Gegensatz zum abwehrbetonten Frankreich-Spiel am vergangenen Mittwoch, hatten die DHB-Herren deutliche Probleme in der Defensive. Selten konnten sie sich auf das variable Spiel des Rekordmeisters einstellen, so dass den Skandinaviern stets ein Durchmarsch gelang.
Dem DHB-Team fehlte die nötige Aggressivität, um den guten schwedischen Rückraum mit dem Kieler Kim Andersson und Martin Boquist in den Griff zu bekommen. Während der Auszeit forderte Brand lautstark und eindringlich „mehr Bewegung" von der Deckung. Aber auch im Angriff leisteten sich seine Jungs von Mitte der ersten Halbzeit an zu viele Ballverluste. Die Folge war ein Rückstand. In der 22. Minute standen die Schweden mit zwei Toren Vorsprung vorne (11:13).
Die Skandinavier agierten auch in der zweiten Halbzeit weiter entschlossen und konnten ihren knappen Vorsprung halten (21:19/37.). Doch der amtierende Weltmeister fand gut ins Spiel zurück und erkämpfte sich mit Toren von Glandorf und Kehrmann nach langer Zeit in der 42. Minute wieder die Führung (24:23). Die Abwehr spielte nun konzentrierter, auch der Angriff konnte seine Chancen besser verwerten.
In der 56. Minute fiel dann die Entscheidung. Die deutschen Herren schafften einen Vorsprung von drei Toren und führten nun mit 30:27. Den Sieg brachte schließlich Markus Bauer, der das 31:29 erzielte.„Heute war der Wille da. Wir wollten unbedingt gewinnen und haben die entscheidenden zehn Prozent gebracht", freute sich Abwehrchef Oliver Roggisch. Er wird das Halbfinale gegen die Dänen von der Bank aus beobachten müssen. Verletzungsbedingt schied er in der 38. Minute aus der Partie. Das zweite Semifinale bestreiten Titelverteidiger Frankreich und Kroatien. (sw)