Ein Autodieb hat in der Nacht zum heutigen Mittwoch in Wuppertal einen blauen Lastwagen entführt. Was er wahrscheinlich nicht wusste: Im Lagerraum des unscheinbaren Gefährts befand sich ein gefährlicher Löwe. Auch die Polizei wusste nichts von dem gefräßigen Zirkustier, als sie den Lkw sicherstellte. Wahrscheinlich erscheint indessen, dass der Dieb irgendwie auf sein Frachtgut aufmerksam wurde - und die Beine in die Hand nahm.
Mit ihm ist nicht gut Zuckerschlecken, wenn er hunger hat: Cäsar heißt er, und er ist ein 150 Kilo schwerer und fünf Jahre alter Zirkuslöwen, den Unbekannte wider besseren Wissens heute Nacht entführten.
Weil sie anschließend jedch gegen ein Verkehrsschild prallten, ließen sie den Transporter umgehend wieder am Straßenrand wieder stehen. Weil Cäsar sich still verhielt, merkten weder die Polizei noch das eingeschaltete Abschleppunternehmen, welch bissige Überraschung im Kleinlaster möglicherweise auf der Lauer lag.
Laurens Thoen vom 'Circus Probst' erklärte der 'Bild'-Zeitung: "Wir hatten für einige Tage in Barmen die Manege aufgeschlagen. Morgens wollten wir weiter nach Krefeld." In der Nacht allerdings wachte Löwenbesitzerin Eva Christ gegen zwei Uhr nachts von einem verdächtigen Geräusch auf, dachte allerdings, dass ihr Mann Jaroslav schon mal mit Löwe Caesar losfahre, wie sie erläuterte.
In Wirklichkeit war es ein Dieb, der den Wohnwagen abkoppelte. "Das ist eine gefährliche Angelegenheit. Von außen ist nicht erkennbar, dass sich im Lkw ein gefährliches Raubtier befindet", so Thoen. Am Morgen meldeten die Löwen-Dompteure das Verschwinden ihres Lastwagens der Polizei. Über das Radio war eine Warnung an den Dieb zu hören, er solle die Ladeklappe nicht öffnen.
Der Lastwagen befand sich am Morgen allerdings schon längst in den Händen der Ordnungshüter. "Der Dieb war nachts nur 2,5 Kilometer weit gekommen. Dann baute er einen Unfall, haute ab. Weil wir den Halter nicht ermitteln konnten, wurde der Transporter sichergestellt", so ein Polizeisprecher gegenüber dem Boulevardblatt. Der Ganove war gegen ein Verkehrsschild gefahren und verschwunden. Augenzeugen verständigten daraufhin die Polizei.
Die Löwen-Dompteurin war froh, dass der 150 Kilo schwere Caesar unbeschadet wieder aufgetaucht ist. "Er ist ja längere Autofahrten gewöhnt", erklärte Christ der 'Bild'-Zeitung. "Irgendwann wäre es allerdings knapp für ihn geworden", denn das Tier habe nur etwas Wasser und kein Futter im Käfig gehabt. Zirkus-Sprecher Thoen zeigte sich gegenüber der 'dpa' erleichtert: "Wir sind sehr froh, dass das Tier gefunden ist." Er hatte den Wert des Löwen bei der Polizei mit 10.000 Euro angegeben. Caesar tritt morgen Abend in Krefeld auf.
Im Internet werden derweil jedoch auch erste kritische Stimmen an der nicht artgerechten Haltung von Raubtieren laut. Auf 'Welt.de' schreibt ein User namens 'Zirkuskritiker': " Schön mit wenig Wasser und ohne Futter in den Kleinlaster. Tiere im Zirkus - das gehört verboten. Wenig finde ich verachtender als Tiere zum Spaß anderer zur Schau zu stellen." (mme)