Pro Woche infizieren sich 15.000 Deutsche mit dem gefährlichen H1N1-Virus. Dies vermeldete Gerard Krause vom Robert-Koch-Institut (RKI) im heutigen 'ZDF-Morgenmagazin'. Ärzte sollen künftig nur noch laborbestätigte Schweinegrippe-Fälle melden.
Infizierten sich vor drei Wochen noch 7.822 Menschen in Deutschland wöchentlich mit dem Schweinegrippe-Virus, so sind es nun 15.000 Neuerkrankungen, "und das sind nur die laborbestätigten Fälle", so Krause vom RKI. Jedoch habe man bei dieser Zahl eine "ganz große Untererfassung. Die Fallzahlen sind so groß, dass wir das System geändert haben", erklärte der Experte. "Ärzte werden jetzt gebeten, keine Verdachtsfälle mehr zu melden, sondern nur die laborbestätigten Fälle und Todesfälle." Labornachweise sollen nur dort vorgenommen werden, "wo ungewöhnliche Krankheitsfälle auftreten."
Weiterhin seien medizinisches Personal, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen dazu angehalten, sich einer Impfung zu unterziehen. "Wenn man zur Risikogruppe gehört, sollte man sich impfen lassen, statt darauf zu spekulieren, dass man einen Schutz hat", mahnte Krause.
Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehlich-Instituts (PEI), berichtete in der vergangenen Woche von 59 Meldungen über Nebenwirkungen infolge der Schweinegrippe-Impfung. In zwei bis drei Fällen seien lebensbedrohliche anaphylaktische Schocks nach der Impfung aufgetreten. In der Regel verspüren Geimpfte lediglich Schmerzen an der Einstichstelle, die nach einigen Tagen wieder verschwinden. Meistens litten Todesopfer der Schweinegrippe an einer Vorerkrankung.
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