In Deutschland sind bereits 40.271 Menschen an Schweinegrippe erkrankt, das meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Wochenbericht. Allein in Bayern haben sich 12.590 Menschen mit dem H1N1-Virus infiziert. In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der neuen Schweinegrippe-Infizierten mehr als verdoppelt.
"Knapp 60 Prozent der neu gemeldeten Fälle stammen aus Bayern", so das RKI. In Bayern haben sich 12.590 Menschen schon mit Schweinegrippe angesteckt. Bundesweit stieg die Zahl der Infizierten auf 40.271 seit Ausbruch der Neuen Grippe. In der vergangenen Woche registrierte das RKI 7.822 neue Infizierungen. Bislang sind neun Menschen an der Schweinegrippe gestorben, wobei sieben von ihnen an einer Vorerkrankung litten, bei zwei Fällen ist die konkrete Todesursache noch unklar. Europaweit starben bisher 355 Menschen an der Schweinegrippe.
Eine 55-jährige Iranerin verstarb am vergangenen Samstagabend im Uniklinikum in Düsseldorf. Ursprünglich kam sie, um ihre schwere chronische Krankheit behandeln zu lassen. Jedoch wurde sie positiv auf das Virus getestet, innerhalb einer Woche verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand so stark, dass sie künstlich beatmet werden musste. Zusätzlich erkrankte die Iranerin an einer bakteriellen Infektion. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Virologie, erklärte gegenüber der 'Rheinischen Post': "Sie muss sich auf der Reise hierher infiziert haben."
Auch ein 15-jähriges Mädchen aus Kassel verstarb am vergangenen Freitag. Sie litt an der Schweinegrippe, Todesursache war allerdings eine Herzmuskelentzündung. "Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Virus nachweislich die Ursache der Herzmuskelentzündung ist", erklärte die Leiterin des hiesigen Gesundheitsamts.
Häussinger geht davon aus, dass die Inkubationszeit für das Virus zwischen einem Tag und einer Woche liegt. "Dieser Fall zeigt, dass gerade chronisch Kranke sehr vorsichtig sein müssen", mahnte Häussinger und rief zum Impfen auf.
Bei schweren Grippeverläufen müssen Patienten sich einer sogenannten "Extrakorporalen Memranoxygenierung" unterziehen, bei dem sie an hoch spezialisierte Herz-Lungen-Maschinen angeschlossen werden, so die 'Rheinische Post'. Allerdings stünden diese Maschinen nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.
Verwandte Artikel
- DIE PANDEMIE GRASSIERT - Schweinegrippe - Robert Koch Institut: 'Es gibt derzeit keine andere Grippe'
- EUROPA IM WÜRGEGRIFF DER PANDEMIE - Schweinegrippe - Robert-Koch-Institut: Virus-Weitergabe vor ersten Symptomen
- UNKLAR, OB ZUSAMMENHANG BESTEHT - Schweinegrippe: Nach Impfung vier Todesfälle in Schweden
In Hinblick auf den 11.11., dem Beginn des Karnevals, warnten Experten nochmals vor der Schweinegrippe. Bei Großveranstaltungen wie Karnevalsumzüge habe das Virus leichtes Spiel sich schnell zu verbreiten.