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05.11.2009EUROPA IM WÜRGEGRIFF DER PANDEMIE

Schweinegrippe - Robert-Koch-Institut: Virus-Weitergabe vor ersten Symptomen

Die Schweinegrippe grassiert in ganz Europa, und die hohe Ansteckungsgefahr ist sicherlich ein Grund dafür. Ein H1N1-Infizierter kann weitere Menschen mit dem neuen Influenzavirus anstecken, bevor er selbst die ersten Symptome spürt, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt in Berlin mit.

Wer sich mit der Schweinegrippe ansteckt, muss das nicht sofort merken. Zum einen ähneln die Symptome der neuen Influenza jenen der herkömmlichen Grippe sehr, zum anderen können die ersten Anzeichen der Schweinegrippe erst nach einigen Tagen auftreten.

"Die Inkubationszeit des neuen Influenza-Virus scheint ähnlich wie bei der saisonalen Influenza zu sein: im Allgemeinen ein bis zwei Tage, es können aber auch bis zu vier Tage sein", erklärte Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Neu ist jedoch, dass an ihr erkrankte Menschen bereits in dieser Phase andere Menschen anstecken, wie auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestätigt wird: "Es kann sogar vorkommen, dass infizierte Menschen bereits vor den ersten Symptomen Viren übertragen". Dies gilt jedoch als Ausnahmefall.

Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sind einige der Symptome der Schweinegrippe, die ebenfalls bei der herkömmlichen Wintergrippe und auch bei anderen Krankheiten auftreten. Damit kann ein Erkrankter selbst zwischen den beiden Grippeformen unmöglich unterscheiden. Daher empfehlen viele Ärzte, sofort nach den ersten Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Eine weitere Ähnlichkeit zwischen den beiden Virenerkrankung gibt es hinsichtlich des Zeitraums, in dem Infizierte den Virus ausscheiden: "Generell werden Viren drei bis fünf Tage ab Auftreten der ersten Symptome ausgeschieden", erklärte die RKI-Sprecherin. Allerdings kann dieser Zeitraum bis hin zu sieben Tagen und in seltenen Fällen sogar noch länger andauern. "Bei kleinen Kindern wird davon ausgegangen, dass sie Viren mehr und für längere Zeit als Erwachsene ausscheiden können", so Glasmacher weiter.

Der neue Grippevirus kann beim Küssen, Niesen, Husten oder sogar Sprechen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, was wiederum ähnlich wie bei der herkömmlichen Wintergrippe ist. Dennoch stuft das RKI den neuen Virus als ansteckender als die saisonalen Influenzaviren ein und befürchtet, dass davon eine größere Zahl von Menschen als bei einer saisonalen Welle betroffen sein wird. Mit einem Anstieg der Fallzahlen sind daher auch weitere Todesfälle zu erwarten. Darüber hinaus hat das pandemische Virus noch das Potenzial, durch genetische Veränderungen seine krankmachende Wirkung zu verstärken. Allerdings sind nach bisherigen Kenntnissen die Symptome in der Regel nicht schwerer ausgeprägt als bei der saisonalen Grippe, die Erkaltung verläuft meistens mild.

In Deutschland sind bisher rund 30.000 Fälle bekannt, während die Anzahl der Todesopfer inzwischen auf neun gestiegen ist. Weltweit sind bereits mehrere Hunderttausend Fälle bestätigt worden, die Zahl der Todesopfer liegt bereits bei weit über 5.000.

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Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (1)
Corinna Gielen (06.11.2009 09:25)

Wieso wird nicht getestet?

Bei dem ganzen Hype ist mir völlig unverständlich, dass in den Arztpraxen nicht einmal mehr getestet wird, ob es sich um den Schweinegrippen-Virus, oder um eine saisonale Grippe handelt! (Mit dem Hinweis, der Test wäre zu teuer, die KK würden das nicht übernehmen)

C. Gielen