Ein siebenjähriger Junge musste am gestrigen Sonntagabend in eine Berliner Klinik gebracht werden, da sein Alkoholblutwert bei zwei Promille lag, so ein Polizeisprecher. Es gehe ihm nun aber schon wieder besser.
Anwohner und Passanten beobachteten an der Schönwalder Straße im Berliner Bezirk Spandau ein Kind, das am ganzen Leib zitterte und sich auf dem Gehweg übergab. Gegen 18 Uhr ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Eine erste Untersuchung ergab, dass der Junge einen Alkoholblutwert von 2 Promille hatte.
Kurz darauf erhielt der Siebenjährige eine stationäre Behandlung auf der Intensivstation. Am heutigen Montagmorgen teilte die Polizei mit, dass sich der Junge zum Zeitpunkt der Einlieferung in Lebensgefahr befand, nun gehe es dem Jungen schon wieder besser. Ersten Ermittlungen zufolge gaben unbekannte Jugendliche auf einem Spielplatz dem Kind und seinem zwei Jahre älteren Bruder Alkohol zu trinken.
Bereits am Sonntagmorgen mussten Rettungskräfte der Feuerwehr einem betrunkenen 16-Jährigen ebenfalls im Bezirk Spandau zu Hilfe kommen. Passanten sahen den Jugendlichen gegen 3 Uhr nachts am Boden liegen. Ein Alkoholtest ergab, dass er 2,28 Promille hatte. Eigenen Angaben zufolge hatte der 16-Jährige Wodka auf einer Privatparty konsumiert.
Das sogenannte Komasaufen gewann in den letzten Jahren unter Kindern und Jugendlichen immer mehr an Beliebtheit. Oftmals sind es Minderjährige, die zu viel Alkohol konsumieren und dann ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Im Februar 2007 trank der 16-jährige Lukas W. 45 Gläser Tequila und hatte einen Alkoholblutwert von 4,4 Promille. Der Jugendliche starb an einer Alkoholvergiftung.
Die Techniker Krankenkasse teilte im Frühjahr mit, dass 2008 allein in Hamburg 1.765 Minderjährige mit Diagnose "psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" in einer Klinik eingeliefert wurden. Die Zahl war im Vergleich zum Vorjahr um 174 Fälle angestiegen. Komasaufen läge somit auf Platz 12 der häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen.
Verwandte Artikel
Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zählte für das letzte Jahr 23.000 Kinder und Jugendliche, die betrunken in Kliniken eingeliefert werden mussten. Das waren 143 Prozent mehr als noch vor acht Jahren. (mme)