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Kimi Räikkönen ist F1-Weltmeister - trotz Benzin-Krimi

01.09.2009SCHUMACHERS WÜRDIGER ERBE

Kimi Räikkönen ist neuer König von Spa

Jahrelang hatte man den sechsfachen Sieger auf dem Ardennen-Kurs, Michael Schumacher, als den König von Spa bezeichnet. Nach seiner makellosen Vorstellung und dem vierten Erfolg in Belgien hat nun mit Kimi Räikkönen ein neuer Mann den Thron bestiegen.

Der finnische Weltmeister von 2007 fuhr ein taktisch exzellentes Rennen und holte sich souverän seinen 18. GP-Erfolg, den ersten innerhalb von 16 Monaten. Räikkönen schoss am Start Dank seines KERS-Systems, das ihm kurzfristig 80 PS mehr verleiht, auf Rang zwei vor und konnte den führenden Fisichella nach einer Safety-Car-Phase austricksen.

"Ich wusste genau, dass ich mit dem Extraboost an Fisico vorbeiziehen könnte und schob mich daher hinter ihn. Nachdem ich ihn überholt hatte, kontrollierte das Rennen. Mir war klar, dass wir nicht die schnellsten sein würden, aber ich wusste auch, dass er nicht an mir vorbei konnte, wenn ich keinen Fehler mache", resümierte der 'Iceman'.

Sensationsmann Fisichella

Der moralische Sieger des Rennens war aber Giancarlo Fisichella. Der italienische Veteran stellte nicht nur seinen Force India Boliden sensationell auf Pole, sondern fuhr auch ein brillantes Rennen und musste sich Räikkönen am Ende um weniger als eine Sekunde geschlagen geben.

"Natürlich freue ich mich über Platz zwei und die ersten Punkte für unser Team. Aber wenn man so knapp Zweiter wird und eigentlich schneller war, dann trauert man dem Sieg schon ein wenig nach", so der Römer. Für das Team von Vijay Mallya war es nicht nur das erste Podium, sondern bedeutete sogar die ersten WM-Zähler in der Geschichte.

Vettel auf leisen Sohlen

Von den WM-Führenden Button, Barrichello, Webber und Vettel konnte sich lediglich der Deutsche über ein gutes Wochenendergebnis freuen. Während Button ausfiel, Barrichello mit Motorschaden als Siebter ins Ziel rollte und Webber nach einer Durchfahrtsstrafe nur Neunter wurde, schlich sich Vettel mit einem fehlerlosen Rennen und guter Strategie aufs Podium.

"Wenn man sich ansieht, wo ich nach der Quali stand, ist das Podium ein sehr gutes Ergebnis. Und immerhin habe ich mehr Punkte gemacht als die drei Jungs, die in der WM vor mir stehen", lachte Vettel.

Saubere Leistung

Ein völlig überraschendes Lebenszeichen gab BMW Sauber von sich. Robert Kubica und Nick Heidfeld ließen bereits im Qualifying aufhorchen und beendeten den Grand Prix dann auf den Plätzen vier und fünf - Labsal auf den offenen Wunden der Bayern.

"Es war ein tolles und ganz wichtiges Wochenende für uns", strahlte BMW-Sportdirektor Mario Theissen, nachdem seine Piloten in einem GP so viele Punkte holten, wie in der gesamten bisherigen Saison.

Briten im Tief

Ganz und gar nicht gut lief es für die britische Fraktion, Jenson Button und Lewis Hamilton. Beide fielen schon kurz nach dem Start einer Kollision zum Opfer und verloren so wichtige Punkte in der WM.

"Ich fuhr in die Schikane ein und plötzlich versetzte mir (Romain) Grosjean einen Schlag. Damit war mein Rennen zu Ende. Ein Wochenende zum Vergessen", so Button, dessen WM-Führung weiter schrumpft.

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