Die Formel 1 hat einen neuen Sieger: im 132. Rennen holte sich Red-Bull-Pilot Mark Webber seinen ersten Erfolg in der Königsklasse. Der Australier setzte sich am Nürburgring vor Teamkollege Sebastian Vettel und Ferrari-Pilot Felipe Massa durch. Das Team Red Bull machte indessen wichtige Punkte in der Konstrukteurwertung gut.
„Mark war heute einfach unschlagbar", sagte Teamkollege Vettel trocken und hatte damit wohl Recht. Denn nicht einmal eine umstrittene Durchfahrtsstrafe - bei der er rund 20 Sekunden verlor - konnte den Aussie davon abhalten, seinen Premierensieg zu feiern.
Eine Klasse für sich
Schon im Qualifying hatte Webber dominiert und sich die erste Pole eines Australiers seit 1980 gesichert. Damals stand der spätere Weltmeister Alan Jones ebenfalls beim Deutschland GP (damals in Hockenheim) auf der besten Startposition, konnte diese aber nicht nutzen und wurde Dritter.
Webber tritt mit dem Sieg in die großen Fußstapfen von Jones, der 1981 auf dem Parkplatz des Cesar's Palace Hotels in Las Vegas als letzter Pilot aus Down Under gewonnen hatte. „Es ist einfach unglaublich. Endlich, endlich, jawohl", versuchte Webber seine Freude in Worte zu fassen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der noch immer von seinem bösen Bikingsturz leicht rekonvaleszente Webber nun weiter hinter Vettel als Nummer zwei einordnen wird...
Brawn GP ohne Podestplatz
Probleme ganz anderer Art beschäftigen Ross Brawn und sein Team um WM-Leader Jenson Button. Die bislang so dominanten BrawnGP-Piloten schafften es erstmals in dieser Saison nicht aufs Podest.
Button wurde vor Teamkollege Rubens Barrichello Fünfter und war „maßlos enttäuscht". Im Gegensatz dazu fand Rubinho deutlichere Worte: „Das Team hat heute gezeigt, wie man ein Rennen vergeigt. Ich ging als Führender in die erste Kurve und werde am Ende Dank der Teamstrategie Sechster. Am liebsten würde ich mir dieses ganze Briefing-Blahblah nun schenken, in den Flieger steigen und abhauen."
Die neongelb-weißen Boliden hatten in der Eifel erneut mit den niederen Reifentemperaturen zu kämpfen und auch Zick-Zack-Fahrten von Button auf den Geraden bei 280km/h halfen nichts.
Weltmeister schlägt sich selbst
Für Lewis Hamilton, der sich nach Rang fünf im Qualifying, gute Chancen aufs Podest ausgerechnet hatte, war das Rennen gleich zu Beginn gelaufen. Ähnlich wie in Monte Carlo, als der Weltmeister erstmals in dieser Saison über einen konkurrenzfähigen Silberpfeil verfügte, ging er zu ungestüm ans Werk.
Am Start schoss Hamilton durch KERS unterstützt an die Spitze nach vorne, kollidierte aber mit Webber und musste nach wenigen Kurven wegen eines Reifenschadens an die Box. Er fiel bis ganz ans Ende des Feldes zurück und wollte zwischenzeitlich sogar über Boxenfunk aufgeben.
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So macht sich der Sonnyboy immer mehr zur Lachnummer als zum Champion. Teamkollege Heikki Kovalainen fuhr ein solides Rennen und rettete Mercedes vor heimischem Publikum wenigstens noch einen Punkt.
WM wieder spannend
Apropos Punkte: durch den neuerlichen Doppelsieg der Renndosen ist die WM nun endgültig wieder spannend. Button hält bei 68 Zählern und führt damit „nur" mehr 21 Punkte auf Vettel. Deutschland-Sieger Webber ist Dritter mit 45.5, vor Barrichello mit 44. Nach vorne gekämpft haben sich Massa (5., 22) und Rosberg (7., 20.5).