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Barack Obama bekennt Farbe und benennt Klimaschützer zum Energieminister

16.12.2008DESIGNIERTER PRÄSIDENT MIT DOPPELSTRATEGIE

Barack Obama bekennt Farbe und benennt Klimaschützer zum Energieminister

Mit der Ernennung eines engagierten Klimaschützers zum Energieminister hat der designierte US-Präsident Barack Obama am heutigen Dienstag erste Hinweise auf seinen künftigen politischen Kurs im Bereich Umweltschutz geliefert. Im Kampf gegen das Schmelzen der Polkappen setzt der 44-Jährige auf den Physik-Nobelpeisträger Steven Chu. Der soll jedoch nicht nur gegen den Klimawandel vorgehen, sondern die USA auch aus der Ölabhängigkeit führen.

"Im 21. Jahrhundert wissen wir, dass die Zukunft unserer Wirtschaft und unserer nationalen Sicherheit unauflöslich mit einer Herausforderung verbunden ist: Energie", erklärte der designierte US-Präsident bei der Vorstellung seines neuen Umwelt-Kompetenzteams am heutigen Dienstag in Chicago. An der Spitze des Energieministeriums wird der Physik-Nobelpreisträger Steven Chu stehen, den Obama offiziell zu seinem neuen Superminister nominierte. Doch es scheint dem künftigen Staatsoberhaupt der derzeit angeschlagenen Weltmacht nicht nur um die Rettung der Welt vor dem Klimakollaps zu gehen, sondern vor allem um die Reduzierung der Ölabhängigkeit seines Landes.

Mit der Ernennung Chus zum Energieminister könnte der demokratische Politiker einen echten Coup gelandet haben. Das Spezialgebiet des 60-jährigen Nobelpreisträgers umfasst die Erforschung alternativer Energien. Obama erklärte am Dienstag vor der Presse mit deutlichen Worten, er wolle die Vereinigten Staaten aus der "Ölabhängigkeit herausführen und eine neue Hybrid-Wirtschaft schaffen". Der 47-Jährige hob damit die Bedeutung einer unabhängigeren Energieversorgung für die USA klar hervor.

"Alle von uns kennen die Probleme, die in unserer Abhängigkeit von fremdem Öl ihre Ursache haben", erklärte Obama. Auch andere Präsidenten vor ihm hätten um die Bedeutung einer größeren Unabhängigkeit der Energieversorgung gewusst. "Dieses Mal muss es aber anders sein, dieses Mal dürfen wir nicht versagen", gab sich der künftige 44. Präsident der Vereinigten Staaten entschlossen.

Obama unterstrich zudem den unauflöslichen Zusammenhang von erneuerbaren Energien und Wirtschaftsförderung. Investitionen in erneuerbare Energien führten zur Entstehung neuer Unternehmen und ganzer Wirtschaftszweige und schufen daher gute Arbeitsplätze, die nicht einfach ins Ausland verlagert werden könnten. Amerika müsse neue Formen der Energie entwickeln und zugleich einen neuen Umgang mit natürlichen Ressourcen erlernen. Das sei nicht nur eine Herausforderung für die Regierung, sondern für die gesamte Gesellschaft, erklärte der amerikanische Spitzenpolitiker.

Gleichzeitig betonte Obama die Wichtigkeit globaler Lösungen und gemeinsamer Strategien für die Bekämpfung des Klimawandels. 35 Tage vor der Vereinigung wies der Staatschef im Wartestand darauf hin, dass er mit seinen Personalentscheidungen seine Entschlossenheit zeige, zügig den Kampf gegen die globale Erderwärmung aufzunehmen. Vor allem die Ernennung des profilierten Klimaschützers Chus zum Energieminister demonstriere, dass er und sein künftiges Regierungsteam die wissenschaftlichen Ergebnisse zum Klimawandel ernst nähmen.

Chu hatte 1997 gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlern dem Physik-Nobelpreis erhalten. Der US-amerikanische Physiker fungiert derzeit als Direktor im Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien und hat sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, diverse wissenschaftliche Disziplinen zum Kampf gegen den Klimawandel zusammenzuführen. Der habilitierte Akademiker ist als notorischer Klimaschützer bekannt und warnte jüngst davor, ohne schnelles Handeln könnte es im Kampf gegen die globale Erwärmung bald zu spät sein.

Zudem berief der künftige US-Präsident weitere Persönlichkeiten in sein Kompetenzteam. Carol Browner, eine enge Vertraute des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore, wird im Januar als Koordinatorin für Energie und Klimapolitik ins Weiße Haus einziehen. Diese Stelle existierte bislang nicht im Präsidialamt. Browner leitete unter Ex-Präsident Bill Clinton die Umweltschutzbehörde EPA.

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Neuer Innenminister wird aller Voraussicht nach der demokratische Senator Ken Salazar. Seine Ernennung werde erst in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben, wie die Nachrichtenagentur AP mitteilte. Salazar gilt als Newcomer im amerikanischen Senat und hat sich im Politikgeschäft bislang mit Grundstücks- und Energiefragen einen Namen gemacht. Das US-Innenministerium ist als Querschnittsministerium unter anderem mit Fragen der Energie und Umwelt betraut. Es überwacht Öl- und Gasbohrungen auf staatlichen Flächen und leitet die Nationalparks.

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