Im September 2009 waren die deutschen Importe und Exporte zwar niedriger als im Vorjahr, dennoch fielen sie höher azs als noch im August. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnete für vergangenen Monat saisonbereinigt 3,8 Prozent mehr Export und 5,8 Prozent mehr Import. Andreas Rees, Analyst bei Unicredit, wertete die Zahlen als "ein gutes Zeichen".
Die vorläufigen Zahlen vom Statistischen Bundesamt besagen für September Importe im Wert von 59,4 Milliarden Euro, Waren im Wert von 70,0 Milliarden Euro verließen das Land. Das waren 16,3 bzw. 18,8 Prozent weniger Exporte als noch im Vorjahr. Doch im Vergleich zum August sind Import und Export leicht angestiegen. So wurden saisonbereinigt 5,8 Prozent mehr eingeführt und 3,8 Prozent mehr ausgeführt. Die Importe zogen das vierte Mal in Folge an.
"Die Außenhandelsbilanz schloss im September 2009 mit einem Überschuss von 10,6 Milliarden Euro ab", teilte das Statistische Bundesamt mit. Noch im September habe der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 15,3 Milliarden Euro betragen. Die Leistungsbilanz, die sich aus den Salden für Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen, laufende Übertragungen sowie Ergänzungen zum Außenhandel zusammensetzt, schloss mit einem Überschuss von 9,4 Milliarden Euro ab, das waren 6,1 Milliarden Euro weniger als im September 2008, allerdings 5,0 Milliarden Euro mehr als im August 2009.
Waren im Wert von 45,7 Milliarden Euro versandte die Bundesrepublik an andere EU-Länder. Waren im Wert von 37,9 Milliarden Euro kamen hingegen aus EU-Ländern. Das waren 16,3 bzw. 16,5 Prozent weniger als im September 2008.
Andreas Rees, Analyst der Bank Unicredit, meinte hinsichtlich der Verbesserung gegenüber August 2009 in der 'Welt': "Die Zahlen sind auf dem ersten Blick sehr erfreulich, weil die deutsche Exportwirtschaft weiter an Fahrt gewonnen hat. Das dürfte sich auch in den nächsten Monaten fortsetzen, darauf deuten die Frühindikatoren hin." Dass deutsche Unternehmen verstärkt Rohmaterialien und Zwischengüter zur Weiterverarbeitung importieren, wertete der Analyst als "ein gutes Zeichen, auch wenn es das Wachstum etwas gedrückt hat."
Giada Giani von der Citigroup spekulierte in der 'Welt': "In anderen europäischen Ländern müssten nun die Exporte ebenfalls anziehen." Klaus Schrüfer von der SEB rechne für das dritte Quartal mit einem Plus von 1,0 Prozent, so das Blatt. Der Anstieg zeige, dass die Impulse aus dem Ausland für die deutsche Konjunktur trotz starkem Euro wieder stärker würden.
Im 'Hamburger Abendblatt' zeigte sich der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, davon überzeugt, die statistischen Effekte sprächen dafür, "dass sich dieser Prozess im letzten Quartal fortsetzen wird. Allerdings ist es noch ein weiter Weg zurück zu alten Exporterfolgen."
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"Gerade in der Phase wieder anziehenden wirtschaftlichen Wachstums haben die Unternehmen einen steigenden Finanzbedarf für Investitionen und Betriebsmittel", erklärte der BGA-Präsident gegenüber dem Lokalblatt. Damit sich die Konjunktur erholen kann, so Börner, müssten die Unternehmen weiterhin mit Krediten versorgt werden.