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StartseiteDealsEconomicsSlowenien vor dem Euro-Beitritt: Die Zeichen stehen auf Bestzeit

18.04.2006Slowenien vor dem Euro-Beitritt: Die Zeichen stehen auf Bestzeit

Ein Musterschüler räumt ab

Slowenien will bereits ab 1.Januar 2007 als erstes Land der neuen EU-Mitglieder den Euro einführen. Etwaige Verzögerungen schließt die selbstbewusste slowenische Regierung kategorisch aus.

Andrej Bajuk ist zufrieden. Als der slowenische Finanzminister kürzlich der Eröffnungsrede seines österreichischen Kollegen Karl-Heinz Grasser anlässlich eines informellen Treffens der EU-Finanzminister in Wien lauschte, konnte sich Bajuk ein Lächeln nicht verkneifen. Denn Karl-Heinz Grasser, derzeit Ratsvorsitzender der EU-Säckelwarte, verkündete lautstark und vor versammelter Kollegenschaft, dass Slowenien überaus „gute Chancen“ hat, bereits Anfang 2007 als dreizehntes EU-Land der Eurozone beizutreten. Gewiss: Lob tut gut.

 

Selbst wenn es nur vom österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser kommt. Immerhin unterstützt Österreich die slowenischen Bemühungen der begehrten Eurozone beizutreten bereits seit langem - im Gegensatz zu manch anderen Ländern. Bis zur entgültigen Entscheidung muss sich Bajuk allerdings noch ein wenig gedulden. Mitte Mai werden die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank in ihren Konvergenzbericht über Sloweniens Beitrittsgesuch zur Währungsunion Auskunft geben. Dass dieser Bericht für Slowenien negativ ausgehen könnte, damit rechnet vor allem in Ljubljana niemand mehr.

Euro statt Tolar 

„Unsere Inflationsrate liegt bei 2,5 Prozent. Laut EU-Vorgaben könnten wir sogar 2,6 Prozent haben“, rechnet Bozo Jasovic von der slowenischen Nationalbank vor. Auch in Sachen Budgetdefizit sind die Slowenen voll im Rennen. Mit einem Defizit von 2,1 Prozent liegen die Neo-EU-Mitglieder deutlich unter der geforderten drei Prozent Grenze. „Wir werden eine lange Phase der doppelten Preisauszeichnung haben, mit der wir schon im März starteten“, erklärt auch Finanzminister Bajuk.

Und tatsächlich ist der Euro für die Slowenen seit geraumer Zeit kein Unbekannter mehr. In vielen Touristenhochburgen des exportorientierten Landes begleichen Besucher ihre Rechnungen seit je her mit der Einheitswährung. In einer aktuellen Umfrage sprachen sich gar 88 Prozent der Bevölkerung für eine rasche Einführung des neuen Zahlungsmittels aus.

Umstellungsschwierigkeiten befürchtet man in der slowenischen Regierung nicht. Immerhin hat man Erfahrung. Erst 1991, nach der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens von Jugoslawien, erlebten die Slowenen ihre letzte radikale Währungsumstellung. Von einem Tag auf den anderen wurde der jugoslawische Dinar durch den Tolar ersetzt. Dass nun auch der Tolar ab Januar 2007 über Nacht verschwinden soll, stört die Slowenen herzlich wenig.  

Nationale Symbolik 

Und trotzdem. Noch bevor der erste slowenische Euro die Prägeanstalten verlassen hat, hat sich schon Unmut breit gemacht. Vor allem in Österreich ist man über die ausgewählten Symbole der künftigen slowenischen Euromünzen nicht gerade glücklich. So werden auf der Vorderseite der 20-Cent-Münze die Lipizzaner – immerhin ein inoffizielles Nationalsymbol der Österreicher das ehemals sogar die Fünf-Schilling-Münze zierte  – zu sehen sein und auch auf der Zwei-Cent-Münze gibt es mit dem Sujet des Karnburger Fürstensteins einen Österreichbezug.

So wurde der Fürstenstein seit dem 6. Jahrhundert im ehemaligen Karantanien zur Herzogseinsetzung verwendet. Die Protestnoten gegen die symbolische Verwendung des Fürstensteins kommen heute aus dem kärntnerischen Karnburg. Die Reaktion von Andrej Bajuk: „Lipica (der Ort, aus dem die weltberühmten Dressurpferde der  Spanischen Reitschule stammen, AdR) liegt in Slowenien, die Hofreitschule in Österreich. Also wo liegt das Problem. Das gleiche gilt für den Fürstenstein.“

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