Als dritter Staat überhaupt Land hat nun auch EU-Neuling Rumänien die Europäische Union, den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie andere internationale Institutionen um finanzielle Hilfe gebeten.
Wie das Finanzministerium am gestrigen Dienstag in Bukarest mitteilte haben Regierung und Zentralbank die Verhandlungen mit der EU-Kommission, dem IWF und anderen Institutionen bereits aufgenommen. Die EU sicherte Rumänien Hilfe zu. Man wolle gemeinsam mit dem IWF und der tschechischen Ratspräsidentschaft helfen, gab die EU-Kommission bekannt. Bundesfinanzmister Peer Steinbrück erklärte, man könne Rumänien in gleicher Weise wie zuvor schon Ungarn und Lettland unterstützen. Eine Aufstockung des EU-Krisenfonds sei dafür nicht notwendig.
"Rumänien braucht einen Sicherheitsgürtel, das heißt einen ausländischen Kredit", gab der Präsident des Landes, Traian Basescu, in Bukarest bekannt. Genannt wurde eine Summe von knapp 20 Milliarden Euro, die nach einer Studie der rumänischen Nationalbank und des Finanzministeriums benötigt würden. Im mit ehemals 25 Milliarden Euro gefüllten Hilfsfonds der EU für Mitglieder außerhalb der Eurozone befinden sich noch rund 15 Milliarden Euro. Österreichs Finanzminister Josef Pröll hatte am Montag auf einem Treffen der Euro-Gruppe davor gewarnt, dass diese Summe nicht ausreiche. EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia widersprach dieser Darstellung ebenso wie Steinbrück.
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Man könne sich auf die anderen möglichen Kreditgeber verlassen, hieß es mit Hinblick auf die rumänischen Verhandlungen mit dem IWF. Ein spezielles Hilfspaket für Osteuropa hatten die Staats- und Regierungschef der EU-Mitgliedsländer auf einem Sondergipfel Anfang März abgelehnt. Rumäniens Währung, der Leu, hat im vergangenen Jahr mehr als 20 Prozent seines Wertes gegenüber dem Euro verloren. Das Land leidet unter einer enorm hohen Auslandsverschuldung und einem sehr großen Außenhandelsdefizit und gilt als einer der von der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise am stärksten betroffenen Staaten. (stk)