Die Zeichen stehen weiter auf Erholung: die deutschen Unternehmen blicken immer optimistischer in die Zukunft. Zum achten Mal in Folge ist der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung gestiegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte am heutigen Dienstag auf dem Arbeitgebertag in Berlin aber vor voreiligen Schlüssen.
Der ifo Geschäftsklimaindex, für den Monat für Monat 7000 Unternehmen befragt werden, wie sie ihre Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate und auch ihre derzeitige Lage einschätzen, ist zum achten Mal in Folge gestiegen. Der Index ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. Der Anstieg um 1,9 auf 93,9 Punkte fiel dabei kräftiger aus, als von Experten erwartet worden war.
Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre derzeitige als auch ihre zukünftige wirtschaftliche Lage besser. „Die positiven und die negativen Erwartungen halten sich nun die Waage", erläuterte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise." Dabei geht es der Industrie und dem Handel besser, während sich der Index für das Baugewerbe verschlechterte.
Die positiven Zahlen kommentierte ifo-Experte Klaus Abberger mit folgenden Worten: „Den tiefsten Punkt dürften wir hinter uns haben." Außerdem so Abberger, sähe sein Institut „doch deutliche Erholungstendenzen".
Andererseits gibt es auch Gefahren für das zarte Pflänzchen Aufschwung. Da voraussichtlich die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigen wird, geht das Münchner Ifo-Institut von einem schwächeren privaten Verbrauch im nächsten Jahr aus. „Der Konsum wird eher schwächer werden", erklärte Abberger am heutigen Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuter.
Dieses Jahr hatten Sonderregelungen wie die Abwrackprämie für Altautos einen starken Einfluss auf den privaten Konsum. Darüber hinaus hätten sinkende Energiekosten den Verbrauch stabilisiert, stellte Abberger klar. Noch sei der Einzelhandel aber für die nächsten Monate zuversichtlich und erhoffe sich ein gutes Weihnachtsgeschäft.
Auch vom Bundesamt für Statistik gab es am heutigen Dienstag gute Nachrichten: es bestätigte, das die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal dieses Jahres um 0,7 Prozent gewachsen war. Investitionen in Bauten und Ausrüstungsinvestitionen stützten laut Bundesamt die wirtschaftliche Erholung. Auch die Warenexporte lieferten positive Impulse, wobei die Warenimporte durch einen noch stärkeren Anstieg zu einem letztlich negativen Außenbeitrag führten. Der Aufbau der Lagerbestände wog diesen Effekt jedoch mehr als nur auf.
Die Gesamtbilanz für das Jahr 2009 wird wegen des massiven Wirtschaftseinbruchs zu Beginn des Jahres trotzdem negativ ausfallen. Experten rechnen mit einem Minus des Bruttoninlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorjahr von fünf Prozent.
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Passend dazu warnte Merkel heute auf dem Deutschen Arbeitgebertag bezüglich der wirtschaftlichen Erholung: „Wir bewegen uns auf einem extrem labilen unvorhersehbaren Grund." Obwohl es auch ihrer Ansicht nach Signale gibt, wonach sich Deutschland im Augenblick in einem leichten Aufschwung befindet, mahnt die Kanzlerin zur Vorsicht. Es sei derzeit nahezu unmöglich zu prognostizieren, wie sich die Wirtschaft entwickeln werde. So sei nicht klar, ob alle Risiken der Banken schon ans Tageslicht gekommen seien.