Deutschlands zweitgrößtes Bonuskartenprogramm Happy Digits steht offenbar vor dem Aus. Nun mehren sich Stimmen, die dem gesamten Konzept von Multipartner-Karten den Untergang vorhersagen.
Kommt jetzt der Domino-Effekt? Nach dem Flop des zweitgrößten deutschen Bonuskartenprogramms Happy Digits wird Kritik an Multipartner-Programmen wie Payback laut.
Nachdem im vergangenen Januar die Deutsche Telekom aus dem einst gemeinsam mit Karstadt gegründeten Bonuspunkte-System ausstieg, und kurz darauf auch der Warenhauskonzern zusammen mit Quelle dem Konzept adé sagte, ist eine Lawine ins Rollen gekommen, die letztlich das komplette Happy-Digits-Programm unter sich begraben hat.
Im Juni verliessen dann Kaiser's und Tengelmann den einstigen Rabattverbund, um jetzt zum 30. September von der Sporthandelskette Runners Point, dem Autovermieter Sixt, der Hotelkette Best Western und dem Stromanbieter Yello aufgefolgt zu werden. Fortan gibt es noch einige wenige Online-Shops, welche die einst omnipräsenten Digits feilbieten, doch bald wird auch dort Schluss sein.
Im Markt verbleiben nun nur noch der Branchenriese Payback mit 40 Millionen ausgegebenen Karten und der Newcomer Deutschland Card, der es seit dem Start im März des vergangenen Jahres immerhin auf 5,5 Millionen Karten gebracht hat, aber dennoch immer noch eher als Winzling gilt. Die Dynamik in beiden Programmen soll in den vergangenen Monate jedoch stark abgenommen haben, angeblich wird es immer schwieriger, weitere Partnerunternehmen für den jeweiligen Verbund zu gewinnen.
Der Trend soll mittlerweile jedenfalls wieder verstärkt in Richtung unternehmensspezifischer Kundenkarten gehen. Sowohl Ketten wie Douglas, als auch Karstadt selbt und die norddeutsche Drogerie Budnikowsky betreiben eigene Kartensysteme, die durchaus erfolgreich laufen und die Anbindungen an größere, übermächtige Partner mitnichten anstreben.
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In einem Kommentar erkennt die 'Süddeutsche Zeitung' darüber hinaus auch für große Handelsriesen keinerlei Vorteil darin, sich die Kundendaten und Marketingaktivitäten mit kleineren Akteuren zu teilen: "Viele starke, bundesweit vertretene Unternehmen werden sich aber auch die Frage stellen, ob sie künftig nicht lieber eine eigene Karte anbieten, als bei Multipartner-Programmen wie Payback oder Deutschland Card mitzumachen. Denn warum sollten sie kostenlos Werbung für schwache Partner machen?" (sam)
Redaktion (05.10.2009 14:53)Lieber Leser Thomas
eben genau bei der Süddeutschen Zeitung steht, dass die Stimmung sich gegen Multipartner-Modelle wendet. Übrigens nicht im Kommentar, sondern im Beitrag wird der Payback-Beitritt RunnersPoints (nicht von BestWestern)genannt. Aber ist nicht eher die Frage interessant, wie viel Digits-Partner NICHT zu anderen Programmen überlaufen, als dass es ein Kleinerer tat? Die Solo-Option ist im Moment einfach wieder angesagt, das kann Ihnen jeder Brancheninsider bestätigen (oder sind Sie vielleicht selbst einer, mit eigenem Interesse an der Sache?).
Herzlichst
Die Redaktion