01_aktion_300x300
Bildgalerie
Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
Highlights der Woche (KW 20)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseiteDealsLabelsGRIFF NACH DEN KRONJUWELEN

26.03.2008GRIFF NACH DEN KRONJUWELEN

Indischer Tycoon Ratan Tata schluckt Jaguar und Land Rover

Der Verkauf der britischen Luxusautomarken Jaguar und Land Rover an den indischen Tycoon Ratan Tata ist abgeschlossen. Der indische Autobauer hat die prestigeträchtigen Marken von dem amerikanischen Automobilkonzern Ford übernommen. Negative Folgen für die Beschäftigten werden kaum erwartet.

Wie die britische Gewerkschaft Unite am heutigen Mittwoch mitteilte, ist der seit langem erwartete Vertragsabschluss zwischen der Tata Group und Ford nun über die Bühne gegangen. Experten schätzen das Volumen des Deals auf zwischen 2 und 2,65 Milliarden Dollar (1,28 bis 1,70 Mrd. Euro). Ford hatte Jaguar 1989 für umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro gekauft, im Jahr darauf legten die Amerikaner für Land Rover eine ähnliche Summe hin.

Über den Verkauf wird seit Monaten verhandelt. Der Tatakonzern hatte sich bald als Favorit unter den verschiedenen auch branchenfremden Interessenten herauskristallisiert. Der indische Multi genießt nach zwei reibungslosen Übernahmen britischer Unternehmen auf der Insel einen sehr guten Ruf. Außerdem favorisierte die britische Gewerkschaft Unite den indischen Tycoon Ratan Tata. Bei einem Verkauf an den indischen Konkurrenten erwartet Unite in absehbarer Zeit keine Gefahr für die 18.000 Beschäftigten oder die drei Autowerke in Großbritannien.

Ford verpflichtete sich, weiterhin in die Pensionsfonds für die Arbeitnehmer einzuzahlen. Im Gegenzug wird Tata für die Neuerwerbungen weiterhin Motoren von Ford kaufen. Die Inder verpflichteten sich auch, die britischen Produktionsstandorte in Solihull Castle Bromwich und Halewood zu halten. In Bankenkreisen hieß es, Tata hätte den Kauf durch Kredite in Höhe von drei Milliarden Dollar bei einem Bankenkonsortium aus JP Morgan, Citigroup, BNP Paribas, Standard Chartered und der State Bank of India finanziert. Zuletzt hatte Tata Motors weltweit für Aufsehen gesorgt, als es ein Billigauto für nur 1.700 Euro vorstellte.

Der sozialverträgliche Kleinwagen fiel allerdings in europäischen Sicherheitstests durch und wird nur auf dem Subkontinent vermarktet. Mit dem Kauf von Jaguar und Land Rover öffnet sich Tata die Türen zum europäischen und amerikanischen Automarkt. Eigenen Aussagen zufolge will sich Tata bald zum ersten weltweit operierenden indischen Autokonzern entwickeln.

Der drittgrößte Automobilhersteller Ford steckt dagegen derzeit in einer tiefen Krise. Der Erlös des Verkaufs soll in die Sanierung des US-Kerngeschäftes gesteckt werden. Zuletzt hatten die Amerikaner die britische Marke Aston Martin an ein internationales Investorenkonsortium um den britischen Rennstallbesitzer David Richards verkauft. Die schwedische Ford-Tochter Volvo soll dagegen nicht veräußert werden. (rkr)

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)