Im Rahmen des deutsch-italienischen Gipfeltreffens in Triest haben Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Bundeskanzlerin offenbar auch über die derzeit offenstehende Frage eines internationalen Partners für die kurz vor dem Neustart stehende Luftlinie Alitalia, künftig CAI (Compagnia Aerea Italiana) gesprochen. Heraus kam dabei eine eindeutige Präferenz: Beide Regierungschefs plädieren für ein Zusammengehen von Lufthansa und Alitalia/CAI.
Die Online-Ausgabe der Mailänder Tageszeitung 'Corriere della Sera' zitiert den italienischen Ministerpräsidenten diesbezüglich mit folgender Aussage: "Wir haben über das Dossier Alitalia gesprochen. Angela Merkel und ich sind und einig darin, dass Alitalia und Lufthansa zusammenarbeiten sollten. Wir würden ein Abkommen in diese Richtung begrüßen."
Berlusconi hat sich in diesem Sinne am Ende des deutsch-italienischen Gipfeltreffens in Triest ausgesprochen. Berlusconi hat zwar hervorgehoben, dass man in Sachen internationaler Allianzen "mit CAI direkt sprechen" sollte, aber hervorgehoben, dass die Lufthansa "mit Hinblick auf den norditalienischen Flughafen Malpensa viele Vorteile hat".
Im Augenblick stehen zwei strategische Optionen für das neu gebildete italienische Luftfahrunternehmen im Raum: die strategische Anlehnung entweder an Air France / KLM, oder an Malpensa. Italiens Vorgängerregierung unter Romano Prodi hatte sich in dieser Hinsicht eindeutig nach Paris orientiert, das ihn unterstützende Mittelinksbündnis hatte aber unter anderem deswegen in den Wahlen vom vergangenen April im Norden des Landes heftige Stimmeneinbußen einstecken müssen.
Dort liegt vielen das Schicksal des Mailänder Flughafens Malpensa am Herzen, der im Falle eines Zusammengehens mit Air France faktisch überflüssig würde. (mso)