Die Luftfahrtgesellschaft Air France-KLM rechnet im gerade abgeschlossenen dritten Quartal ihres Geschäftsjahres offenbar mit einem operativen Verlust von 200 Millionen Euro. Dies gab das Unternehmen am heutigen Mittwoch in Paris bekannt.
Die französisch-niederländische Airline hatte bereits am gestrigen Dienstag verlautbart, von einem Verlust auszugehen, ohne diesen jedoch genauer beziffern zu wollen. Warum der Konzern nun heute doch mit einer konkreten Zahl aufwartete, blieb unbegründet. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Reaktion auf die panikartigen Verkäufe auf dem Börsenparkett. Das dritte Quartal lief von Oktober bis Dezember 2008.
Air France-KLM ließ die Öffentlichkeit im gleichen Atemzug wissen, dass die Gesellschaft sich nicht in der Lage sieht, eine Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende März abzugeben -obwohl bislang mit schwarzen Zahlen gerechnet worden war. Das Unternehmensergebnis wollte ein Sprecher einzig als von der allgemeinen ökonomischen Entwicklung abhängig bezeichnen. Im Moment durchlebt vor allem das Cargogeschäft eine sehr schwierige Phase.
Angesichts der operativen Halbjahresergebnisses von 639 Millionen Euro zum 30. September 2008 müsste das Unternehmen mit Sitz in Paris einen Verlust von deutlich über 400 Millionen Euro im vierten Quartal einfahren, um die Gewinnzone zu verfehlen. Das nicht einmal dies mehr ausgeschlossen wird, lässt auf eine äußerst volatile Lage bei den operativen Kennziffern schließen.
Drei Faktoren belasten im Augenblick das operative Ergebnis des Luftfahrtriesen, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Zum einen sieht sich CEO Jean-Cyril Spinetta mit einem leichten Rückgang der Passagierszahlen konfrontiert. Zum zweiten gibt es einen Einbruch im Cargogeschäft. Und zum dritten gehen bei den aktuell niedrigen Ölpreisen die getroffenen Absicherungen gegen ein steigendes Preisniveau bei den Flugzeugbrennstoffen nach hinten los. Was im vergangenen Sommer bei einem Ölpreis von 147 Dollar pro Barrel als weitsichtige Vorsorge galt, erweist sich nun als gravierendes finanzielles Handicap.
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Die Aktie des größten kontinentaleuropäischen Konkurrenten der Lufthansa reagierte seit Wochenbeginn mit starken Kursverlusten auf das Bouquet an Hiobsbotschaften. Während am Montag das Air France-KLM-Papier um acht Prozent einbrach, setzte sich der Sinkflug am gestrigen Dienstag mit zeitweiligen Einbussen von bis zu 8,2 Prozent fort. Am heutigen Mittwoch ergab sich schließlich ein leichtes Plus um 1,16 Prozent. Analysten der schweizerischen Grossbank UBS haben auf die Gewinnwarnung mit einer Abstufung von Air France-KLM von "Neutral" auf "Sell" reagiert, und das Kursziel von 12,80 auf 7,00 Euro revidiert. (mso)