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11.06.2008SPRACHKONFLIKT UM BALEAREN-FLÜGE

Mallorca vs. Joachim Hunold: Politiker beschimpft Air Berlin als 'Air Goebbels'

Wer sich unvorsichtig zum spanischen Regionalismus äußert, läuft Gefahr, die unselige Büchse der Pandora zu öffnen. Das weiß nun auch Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Ein katalanischer Politiker brachte die Fluggesellschaft im Sprachstreit nun mit Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels in Verbindung, weil es Air Berlin ablehnt, auf den Flügen nach Mallorca die Regionalsprache Katalanisch zu verwenden.

Joán Puig Cordón von der linksnationalen ERC beleidigte die deutsche Fluggesellschaft in seinem Internet-Blog als "Air Goebbels". Der Ex-Parlamentarier forderte Hunold noch einmal auf, sich für die "Beleidigung" der katalanischen Sprache zu entschuldigen. Bereits zuvor hatte Puig auf seiner Seite von Hunold verlangt, er solle nach seinem "ungeheuerlichen Angriff um Vergebung bitten". Dann ließ es sich Puig nicht nehmen, das Logo der Airline mit einem Hakenkreuz zu verunstalten.

Auslöser für die ganze Aufregung war das Editorial im Bordmagazin der Airline. Darin bezeichnete Hunold die Forderung der balearischen Landesregierung, auf Flügen nach Mallorca Katalanisch einzuführen, als "Rückfall in mittelalterliche Kleinstaaterei". "Soll ich diesen Mitarbeiterinnen jetzt Katalan-Kurse verordnen? Spricht denn dort niemand mehr Spanisch?", fragte sich Hunold und beschwerte sich, das "einst so wohlklingende Playa de Palma heiße jetzt gewöhnungsbedürftig Platja de Palma".

Unterstützung bekam Hunold von der deutschen Botschaft in Madrid. Eine Sprecherin bezeichnete die Äußerungen Puigs als "inakzeptabel". Air Berlins Spanien-Direktor Alvaro Middelmann hatte bereits nach der ersten Attacke des linksnationalen Regionalpolitikers rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Abgeordneten angekündigt.

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Während Hunold also wenig überraschend Zustimmung aus Madrid erhält, finden die Katalanen die Äußerungen des Air Berlin-Chefs weniger lustig, und haben inzwischen ihre inoffizielle Botschaft in Berlin eingeschaltet. Der balearische Ministerpräsident Francesc Antich will in Kürze bei Middelmann, dem Spanien-Direktor von Air Berlin, vorsprechen. Auch andere internationale Unternehmen wie Microsoft verwendeten die Landessprache bei Geschäften vor Ort, argumentieren die katalanischen Politiker. (vd)

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