Der Machtkampf zwischen den beiden deutschen Autobauern Porsche und Volkswagen (VW) geht weiter. Während VW Vorwürfe zurückweist, Porsche ein Ultimatum gestellt zu haben, sprechen Vertreter des Stuttgarter Sportwagenherstellers von Erpressung.
"Erpressen lassen wir uns nicht", erklärte Porsche-Aufsichtsratschef Ferdinand Porsche entrüstet. Zuvor hatte ein Sprecher des Unternehms erklärt, VW habe Porsche ein Ultimatum gestellt, um ein Rettungsangebot anzunehmen: "Es wurden uns Fristen bis Ende Juni gesetzt." Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff betonte dagegen, es gebe kein Ultimatum, "sondern ein intensives, gutes Zusammenarbeiten an der Zukunft von Porsche und VW."
Ein Sprecher des Wolfsburger Unternehms bestätigte die Sichtweise Wulffs. Es gebe "keinerlei Ultimaten", hieß es. Der 'Spiegel' hatte berichtet, VW habe Porsche eine Frist bis zum Ende des Monats gesetzt, um ein Fusionsangebot anzunehmen. Christian Wulff sitzt als Vertreter des Landes Niedersachen, das 20 Prozent der Anteile an VW hält, im Aufsichtsrat des Wolfsburger Automobilkonzerns.
Laut 'Spiegel'-Bericht bietet VW an, der Porsche Holding für drei bis vier Milliarden Euro einen Anteil von 49 Prozent an der Porsche AG abzukaufen. Danach würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen übernehmen, die Porsche derzeit besitzt. Zuletzt sollten VW und Porsche fusionieren. Die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche sollten mehr als 40 Prozent der Aktien an dem neuen Unternehmen halten. Weitere Großktionäre wären das Land Niedersachen (20 Prozent), Katar (15 Prozent) und ein weiterer Staatsfonds (5 Prozent).
Sollten Porsche Aufsichtsrat Ferdinand Porsche und Vorstandschef Wendelin Wiedeking das Angebot nicht annehmen, droht VW offenbar, im September auf die Rückzahlung eines im März dieses Jahres gewährten Kredites zu bestehen. Dies könnte für Porsche massive Schwierigkeiten mit sich bringe. Das Emirat Katar würde in diesem Fall von einer Rettung Porsches absehen.
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Wiedeking betonte unterdessen in der 'Bild am Sonntag', seinen bis 2012 laufenden Vertrag erfüllen zu wollen. Zuletzt wurden die Gerüchte lauter, dass für Wiedeking in einem mit VW fusionierten Unternehmen kein Platz mehr sei. Die Konzernführung soll dann von VW-Chef Martin Winterkorn übernommen werden. Wiedeking hingegen erklärte, er habe Projekt begonnen, "nämlich die Schaffung einer starken Allianz von VW und Porsche. Das möchte ich zu Ende bringen. Wiedeking wird vorgeworfen, sich bei der geplanten Übernahme von Volkswagen durch Porsche übernommen zu haben.