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SAAB beantragt Gläubigerschutz - und Opel kommt ins Zittern

25.11.2009ENTSCHEIDUNG IN LETZTER SEKUNDE

Saab in der Bredouille: Koenigsegg tritt von Kauf der GM-Tochter zurück

Der schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg hat nach langen Verhandlungen überraschend den Kauf der GM-Tochter Saab abgesagt, die im Februar Insolvenz angemeldet hatte. Nach Informationen des Autobauers aus Detroit benötige man nun einige Tage, um die Situation neu zu bewerten, erst dann werden weitere Schritte bekanntgegeben.

Der Rückzug des schwedischen Sportwagenherstellers Koenigsegg erschwert die Sanierung des angeschlagenen US-Autokonzerns ein weiteres Mal. Dementsprechend sind die Reaktionen aus der GM-Zentrale in Detroit eindeutig. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht über die Entscheidung, den Kauf von Saab zu stoppen.", äußerte sich GM-Chef Fritz Henderson. "Viele Personen haben während der vergangenen Monate unermüdlich an einer tragfähigen Zukunft für Saab im Rahmen eines Verkaufs der Marke und ihrer Produktionsstätten an Koenigsegg gearbeitet."

Der schwedische Autobauer Saab, der im Februar Insolvenz angemeldet hat, ist einer der kleinsten Serienfertiger überhaupt. Letztes Jahr produzierte er 93.000 Fahrzeuge, der Konzern beschäftigt ungefähr 3.400 Mitarbeiter. Seitdem das Unternehmen 1990 von General Motors übernommen wurde, meldete es jedoch mit Ausnahme zweier Jahre nur Verluste. Es drohte bereits das Aus für den Schweden, als sich im Juni der Interessent Koenigsegg meldete.

Die Koenigsegg Group AB wurde 1994 gegründet und baut mit 45 Mitarbeitern nur wenige exklusive Sportwägen im Jahr, die mit Preisen von über einer Million Euro bezahlt werden. Nach Aufnahme der Verhandlungen teilte GM Mitte August mit, dass man sich auf einen vollständigen Verkauf geeinigt hatte. Tatsächlich bestand ein Vorvertrag, die Finanzierung des Kaufs blieb jedoch bis zum Schluss ungeklärt. Koenigsegg verließ sich aber auf staatliche Garantien für ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von rund 450 Mio Euro. Auch eine Beteiligung des chinesischen Autobauers BAIC war im Gespräch.

"Zeit war immer ein kritischer Faktor bei unserem Plan, das Unternehmen wiederzubeleben", erklärte Christian von Koenigsegg den geplatzten Deal. "Unglücklicherweise haben Verzögerungen beim Abschluss dieses Kaufs zu Risiken und Unsicherheiten geführt, so dass wir den neuen Geschäftsplan für Saab nicht erfolgreich umsetzen können."

Das schwedische Wirtschaftsmagazin 'Veckans Affärer' kommentierte den gescheiterten Verkauf pragmatisch und schrieb, dass es von Anfang an ein Fehler gewesen sei, ein Unternehmen nicht in Konkurs gehen zu lassen, das über Jahre hinweg Verluste anhäufe und dem es an Innovationskraft mangele. Der schwedische Staat hat mit den in Aussicht gestellten Garantien versucht, eine Struktur am Leben zu erhalten, die nur in den vergangenen zwei Jahren sechs Milliarden Kronen Verlust gemacht habe.

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Ein Unternehmen, das sich nicht trage, solle mit der bitteren Realität konfrontiert werden, nur so können reale Werte identifiziert werden. Es sei keine Lösung, unrentable Unternehmen an ausländische Investoren zu verkaufen und darauf zu hoffen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Tatsächlich scheint eine Insolvenz momentan die wahrscheinlichste Lösung für Saab zu sein.

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