An über 100 Tankstellen im Rheinland und im Ruhrgebiet ist nach Informationen der "Rheinischen Post" der Kraftstoff ausgegangen. Die Senkung des Superpreises auf den von Benzin ist wohl dafür verantwortlich, dass die Autofahrer in Massen an die Zapfsäulen geströmt sind. Auf diesen Andrang waren die meisten Mineralölkonzerne nicht vorbereitet. Sogar der Dieselkraftstoff kostet teilweise mehr.
Vorreiter in der Preisangleichung war in der vergangenen Woche der Aral-Konzern gewesen. Innerhalb einer Woche sanken die Benzinpreise um rund fünf Cent pro Liter auf 1,37 Euro. Am Montag sank der Liter Benzin sogar weiter auf 1,30 Euro ab. Dies teilte Aral am Dienstag mit. "Die Verbraucher haben die Gelegenheit, Super zum gleichen Preis wie Benzin zu bekommen, in hohem Maße ausgenutzt. Das waren regelrechte Hamsterkäufe", so ein Aral-Sprecher in der "Rheinischen Post".
Mineralölkonkurrenten wie Shell, Esso und Jet haben in den Preiskampf mit Aral noch keine Angleichung der Super- und Benzinpreise einbezogen. Nach Einschätzung von Branchenexperten hat der Preiswettbewerb im Kraftstoffmarkt damit zu tun, dass die großen Ölkonzerne planen würden, das Normalbenzin ganz vom Markt zu nehmen.
Besonders Aral wies die Vermutung zurück und bestätigte weiterhin Normalbenzin anbieten zu wollen. Aral und BP-Deutschlandchef Uwe Franke sagte gegenüber der "Auto-Bild", dass Aral das Benzin anbieten werde "solange noch so viele Kunden Normalbenzin tanken. Letztlich entscheidet das der Autofahrer".
Zum nun höheren Dieselpreis sagte ADAC-Experte Maximilian Maurer in der "Bild"-Zeitung: "Dafür gibt es keine vernünftige Begründung. Die Steuer auf Diesel ist unverändert 20 Cent niedriger. Der aktuelle Dieselpreis ist durch nichts zu rechtfertigen." Zu dem entstandenen Verhältnissen auf dem Benzinmarkt fügte er hinzu: "So ein Preis-Chaos haben wir noch nicht erlebt. Die Begründungen der Konzerne sind sehr fadenscheinig." (nr)