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07.07.2008FÜNF CENT PRO KURZNACHRICHT

EU will niedrigere SMS-Preise im Ausland durchsetzen

EU-Medienkommissarin Viviane Reding will niedrigere Preise für das Verschicken von SMS aus dem Ausland erzwingen. „Die SMS-Roaming-Preise sind seit Januar gerade von 29 auf 28 Eurocent gesunken“, erklärte Reding in der 'Welt am Sonntag'. Die Kommissarin will nun eine Verordnung zur Senkung dieser Tarife erarbeiten.

Die derzeitigen SMS-Preise seien ein Armutszeugnis für die Selbstregulierungskräfte der Branche, so Reding. „So werde ich jetzt wohl zusammen mit dem Europaparlament und dem europäischen Ministerrat eine Verordnung zur Senkung dieser Tarife erarbeiten müssen", fügte die Luxemburgerin hinzu. Reding hatte den Mobilfunkanbietern ein Ultimatum bis zum 30. Juni gestellt, um die Preise für das Verschicken von SMS-Kurznachrichten aus dem Ausland und für die Nutzung von Datenverbindungen zu senken. Mit dem Ergebnis ist die Kommission jedoch alles andere als zufrieden.

Zwar hatten einige Betreiber wie beispielsweise T-Mobile oder Vodafone die Preise gesenkt, doch berechnen sie für SMS im europäischen Ausland nach wie vor mehr als die zehn bis zwölf Cent, die die Kommissarin für gerechtfertigt hält. Im Interview mit der 'Welt am Sonntag' sprach Reding sogar noch von niedrigeren Tarifen: „Gerade habe ich ein Schreiben des dänischen Telekom-Ministers erhalten, der vorschlägt, die SMS-Preise im EU-Ausland per Verordnung auf fünf Cent zu drücken." Diesen Preis nannte die EU-Kommissarin „interessant".

Reding hatte 2007 bereits die Obergrenzen der Roaming-Gebühren für Auslandsgespräche innerhalb der EU festgelegt, nachdem die Anbieter ihre Tarife für Handygespräche im Ausland nicht schnell genug gesenkt hatten. „Ich habe die Mobilfunker lange Zeit gewarnt und gefordert, dass sie ihren Kunden bei Handygesprächen im Ausland nicht exorbitant hohe Tarife berechnen. Sie haben vier Jahre lang nicht reagiert. In einem solchen Fall muss man handeln", rechtfertigte Reding ihren Eingriff in den freien Markt.

Wo es genug Wettbewerb gebe, brauche es keine Kontrolle. Wo es Probleme gebe, brauche es allerdings weiterhin Regeln. „Monopole muss man kontrollieren. Sonst kontrollieren die Monopole Wirtschaft und Gesellschaft. Manchmal bedarf es eben der Kontrolle, um der Freiheit eine Chance zu geben", erläuterte die EU- Kommissarin ihre Politik.

Bereits Ende Juni hatte Reding zu hohe Preise für Daten-Roaming moniert. Für die grenzüberschreitende Mobilübertragung von einem Megabyte Daten, was etwa 200 E-Mails ohne Anhänge oder eine Minute Musik im MP3-Format entspricht, liegt der Auslandstarif laut Kommission zwischen fünf und zehn Euro. Für die Übertragung im Heimatnetz zahle der Kunde dagegen zum Teil weniger als einen Cent. Preise und Datenmengen in Megabytes abzuschätzen sei „nicht so einfach", erklärte Reding und forderte die Anbieter auf, die Preise für mobile Datendienste zu senken.

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Viviane Reding ist seit 2004 Kommissarin für Medien und Informationsgesellschaft und tritt seitdem als eine Art Verbraucheranwalt in Erscheinung. Zuvor war die 57-jährige ehemalige Journalisten Kommissarin für Erziehung, Kultur, Jugend, Medien und Sport. Von 1989 bis 1999 saß die Luxemburgerin im Europäischen Parlament. Reding will die europäischen Verbraucher am 18. Juli über die Pläne zur Senkung der Roaming-Gebühren informieren. (vd)

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