Am Rande der Mailänder Fashion Week 2010 sind auch Zahlen über die Entwicklung des Männermode-Business im vergangenen Jahr bekannt geworden. Der Trend ging dahin, dass formelle Anzugsmode herbe Rückschläge einstecken musste, während Sportswear verhältnismäßig gut abschnitt.
Das Bild ist durchmischt: Aufgrund der jüngsten, im Rahmen der Milano Moda Uomo veröffentlichten Umsatzzahlen sind die verschiedenen Bereiche der Männermode im Jahr 2009 unterschiedlich stark von der allgemeinen Wirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen worden.
Während im Segment der klassischen Anzugsmode zweistellige Umsatzrückgänge bei den italienischen Top-Labels die Regel waren, kamen die am Markt für Sportswear aktiven Unternehmen vergleichsweise glimpflich davon.
Angaben der Beratungsfirma Pambianco Strategie di Impresa zufolge büßten im formellen Segment die bekannten Brands Brioni, Corneliani und Kiton jeweils 15,1, 12,2 und 19,8 Prozent ihres Umsatzes ein. Auch der um das fünf- bis achtfache größere Branchenprimus Zegna Group verzeichnete einen beachtlichen, wenn auch weniger dramatischen Rückgang von 8,2 Prozent im Vergleich zu 2008, und stabilisierte sich um die 800 Millionen Euro Umsatz. Gegen den Strom schwomm hingegen Canali mit einem rekordverdächtigen Plus von 17,2 Prozent, und erwies sich somit als vorläufiger Profiteur der Krise.
Im Sportswear-Bereich sah die Lage ganz im Gegenteil schon sehr viel durchmischter aus. Kumuliert schrumpften die 18 größten Labels nur um 2,2 Prozent und kamen insgesamt auf ein Marktvolumen von 2,2 Milliarden Euro. Im einzelnen gab es auch hier klare Gewinner und Verlierer. Während die um das schwer im Trende liegende Windjacken-Label Moncler strukturierte Gruppo Industries antizyklisch um 25,3 Prozent zulegte, stürzte der Replay-Umsatz um 18,9 Prozent ein.
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Die Moncler-Mutter denkt derzeit laut einem Interview von Private-Equity-Investor Marco De Benedetti von The Carlyle Group sogar über einen Börsengang nach. Für ein Label wie Sixty, das den Schätzungen von Pambianco zufolge 11,9 Prozent verlor, dürfte ein solches Szenario indessen noch nicht in Frage kommen.
Einem Bericht der Zeitung 'Il Sole 24 Ore' zufolge dürfte das am 31. März 2009 beendete Geschäftsjahr von Dolce & Gabbana desweiteren einen Rückgang von 4,8 Prozent von 1,27 auf 1,21 Milliarden Euro verzeichnen. In der vorangegangenen Berichtsperiode hatte der Mode-Gigant noch ein Plus von 20 Prozent ausweisen können. (mso)