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10.10.2009ANHAND VON 96 KRITIERIEN VERGLICHEN

Städte-Ranking: München und Hamburg top - Berlin holt auf

München und Hamburg sind top, Dresden floppt und Berlin holt auf: Eine gestern in der Hauptstadt vorgestellte Studie im Auftrag der Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche hat die 50 nach Einwohnern größten Städte in punkto Arbeitsmarkt, Soziales, Wirtschaft, Wohlstand und Bildungsniveau untersucht. Demnach ist München die Stadt mit dem höchsten Niveau, Hamburg dafür die dynamischste Großstadt. Dresden hingegen verliert stark, während Berlin ebenso kräftig zulegt.

Der Süden führt - zumindest beim Thema wirtschaftliche Attraktivität: Zum sechsten Mal in Folge, also seit der ersten Erhebung, steht München beim Niveau-Ranking (beachtet werden Kaufkraft, Arbeitsplatzversorgung, Hochqualifiziertenquote und pro Kopf-Verschuldung) mit 76,4 Punkten auf dem ersten Platz: "Die Bayern-Metropole führt bei Einkommensteuerkraft und Kaufkraft, sie hat die wenigsten ALG II Empfänger, die zweitniedrigste Arbeitslosenquote sowie den zweithöchsten Anteil an Hochqualifizierten", erklärt INSM-Geschäftsführer Dieter Rath in einer Pressemeldung der ISNM.

Es folgen Stuttgart, der Mittelpunkt des industrialisierten Südwestens, und Karlsruhe mit einem besonderen Zuwachs an Hochqualifizierten. Die erste Stadt aus Ostdeutschland ist Dresden auf Platz 30, nur auf dem 49 und damit vorletztem Platz steht Leipzig mit mageren 33,1 Punkten. Die Bundeshauptstadt Berlin steht mit 35,9 Punkten auf Rang 47.

Beim Punkt Dynamik und wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2003 bis 2008 führt Hamburg vor Saarbrücken und Münster. Die Hansestadt hat das zweitstärkste Beschäftigungswachstum und die drittbeste Einkommensentwicklung aller Städte seit 2003 vorzuweisen: "Die Hansestadt erlebte einen selbsttragenden Aufschwung - unter anderem getrieben durch den Hafenausbau und einen gesunden Branchen-Mix", erklärte Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche bei der Vorstellung der Expertise.

München steht hier nur auf Platz 33, während Leipzig weit vorne auf Platz fünf steht. Bei den vergangenen Erhebungen war Berlin aufgrund der zahlreichen Arbeitsmarkt- und Sozialprobleme stets auf einem der hinteren Plätze zu finden, nun legt die Bundeshauptstadt gehörig zu und landet auf Platz 17: "Die Hauptstadt kommt aus dem Keller - und dieser Trend könnte sich als nachhaltig erweisen.", meint Krmrey. Der Grund sei, dass die Industriestruktur im Vergleich zur stark exportorientierten Industrieregion im Süden und Südwesten weniger krisenanfällig ist. Demnach ist Berlin ein guter Dienstleistungs- sowie Hochschulort.

Dresden sackt im Vergleich zur letzten Studie von Platz 1 auf Platz 19 ab. Das Hauptproblem ist, dass die dort ansässige Chip-Industrie schon vor der aktuellen Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten war.

Das Gesamtranking besteht je zur Hälfte aus Niveau- und Dynamikranking. Auch in dieser Statistik führt München mit 125,4 Punkten vor Münster, Hamburg, Düesseldorf, Stuttgart und Karlsruhe. Köln steht auf Platz 20, Dresden als erste ostdeutsche Stadt auf Platz 27, Leipzig und Berlin dicht beisammen auf Platz 43 und 44. Besonders interessant: Über das gesamte Ranking hinweg sei eine positive Beschäftigungsentwicklung bei 55 bis 64-Jährigen zu beobachten. Demnach stieg die Beschäftigungsquote im Schnitt um 7,5 Prozentpunkte.

Seit 2003 erstellt eine Tochterfirma vom arbeitgebernahem Institut der deutschen Wirtschaft, die Kölner IW Consult, die Studie, bei der Ökonomen und Wissenschaftler anhand von 96 Kriterien von Kaufkraft bis zu Sicherheit, von Demografie bis zu Einkommen die 50 größten deutschen Städte miteinander vergleichen. (cai)

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