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Nicolas Sarkozy kocht: Voodoo-Puppe darf verkauft werden

30.10.2008NIEDERLAGE VOR GERICHT

Nicolas Sarkozy kocht: Voodoo-Puppe darf verkauft werden

Ein Pariser Gericht hat entschieden, dass eine Voodoo-Puppe mit dem Konterfeit des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy weiter verkauft werden darf. Sarkozy hatte gegen den Vertrieb der Puppe geklagt, weil er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Das Gericht urteilte jedoch, dass das Produkt unter das Recht auf Meinungsfreiheit falle, und der Vertrieb daher zulässig sei. Die Puppe sei ein „humoristisches und satirisches Produkt“, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Sarkozy legte bereits Berufung gegen das Urteil ein. Die Entscheidung des Gerichts stimme nicht mit der Rechtssprechung überein, erklärte der Anwalt des Präsidenten in Paris.

Ein französischer Verlag verkauft seit Mitte Oktober Voodoo-Puppen mit den Konterfeis von Sarkozy sowie von Ségolène Royal, Sarkozys Kontrahentin aus dem Präsidentschaftswahlkampf vom vorigen Jahr. Den Produkten liegen Nadeln zum Einstechen und ein kleines Büchlein bei. Mit Hilfe des Voodoo-Zaubers könnten die Käufer den Präsidenten daran hindern, „noch mehr Schaden anzurichten", heißt es in einer Werbeanzeige für die blaue Sarkozy-Puppe. Die Puppen belegen momentan Platz 1 in der Verkaufs-Hitliste des französischen Internetversands von Amazon.

Beiden Puppenmodellen sind bekannte Sprüche der beiden Politiker aufgedruckt, die sich 2007 einen erbitterten Wahlkampf geliefert hatten. Auf der Sarkozy-Puppe steht unter anderem „Gesindel" - so hatte er randalierende Jugendliche aus den Pariser Vorstädten bezeichnet - und „Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen". Die rote Royal-Puppe enthält unter anderem „ein Lob der chinesischen Justiz" sowie den Ausspruch „Es lebe das freie Quebec".

Sarkozy ist dafür bekannt, rigoros gegen jegliche Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte vorzugehen. Der gelernte Rechtsanwalt sorgte zum Beispiel dafür, dass die Fluglinie Ryanair zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil sie in einer Werbeanzeige auf die bevorstehende Hochzeit von Sarkozy mit Carla Bruni angespielt hatte. Der französische Regierungschef verklagte außerdem einen Journalisten, weil dieser den Inhalt einer vertraulichen SMS von Sarkozy an seine Ex-Frau Cécilia veröffentlicht hatte. Als sich der Journalist entschuldigte, zog Sarkozy jedoch seine Klage zurück.

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Ségolène Royal kündigte unterdessen an, den Verlag nicht verklagen zu wollen. Im Gegensatz zu Sarkozy habe sie Humor, sagte Royal in einem Radiointerview. (fr)

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