Es ist der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten auf britischem Boden seit zwölf Jahren. Frankreichs Staatschef Nikolas Sarkozy beschwor zum Auftakt seines Aufenthalts in London zusammen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown die traditionelle Freundschaft der beiden Länder. „Ich wünsche mir eine neue französisch-britische Brüderlichkeit“, so Sarkozy. „Sehen Sie uns bitte als historische Verbündete für die Zukunft und als ewige Freunde“.
Im BBC Radio hatte der französische Präsident zuvor erklärt, er wolle die Europapolitik seines Landes nicht länger auf „eine Freundschaft mit Deutschland reduzieren". „Die Achse Paris-Berlin ist grundlegend, aber nicht ausreichend", betonte Sarkozy. Auf der Gesprächsagenda von Brown und Sarkozy stehen vornehmlich zum einen die mögliche Beteiligung Frankreichs am Bau neuer britischer Atomkraftwerke, sowie die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.
Sarkozy erklärte, Frankreich wolle die militärische Zusammenarbeit stärken und seine Präsenz in Afghanistan ausweiten. Eine Rückkehr der Taliban nach Kabul dürfe nicht zugelassen werden. Diese Unterstützung freute in erster Linie die USA: „Das wäre ganz offenkundig eine sehr positive Sache", erklärte der Nationale Sicherheitsberater Stephen Hadley. Beim NATO-Gipfel im April in Bukarest will der französische Präsident das Angebot bestätigen. Zahlen nannte Sarkozy dabei noch nicht. In diplomatischen Kreisen war von rund 1.000 Mann die Rede. Am heutigen Donnerstag treffen sich Sarkozy und Brown erneut zu Gesprächen.
Die Briten interessierte unterdessen allerdings weniger die neu erwärmte Entente Cordiale zwischen Paris und London, sondern wollten vielmehr einen Blick auf die neue Premiére Dame Frankreichs erhaschen. Die Zeitung „Daily Mail" erklärte gar: „Seit Hollywoods Grace Kelly Fürst Rainier von Monaco heiratete hat die Welt keiner Frau in der frankophonen Szene mehr eine derartig hohe Aufmerksamkeit gewidmet".
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Am vergangenen Mittwoch empfing Queen Elizabeth II das Paar in Schloss Windsor mit allen Ehren der britischen Monarchie. Bei der gemeinsamen Kutschfahrt in die Stadt säumten Schaulustige den Straßenrand. Ein Rentner erklärte gegenüber der „Deutschen Welle": „Ehrlich gesagt bin ich hier, um die Frau des Präsidenten zu sehen, wie wahrscheinlich 90 Prozent der Leute hier". Dazu bekamen die Inselbewohner dann auch noch auf etwas unfeine Art die Gelegenheit: Beinahe sämtliche Boulevardblätter druckten zur „Begrüßung" der Präsidentengattin ein 15 Jahre altes Aktfoto von Carla Bruni-Sarkozy. (ta)