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30.08.2009 Neuer FC Bayern München auch defensiv gestärkt?

Erst Müllic, dann Robbèry wirbeln, was das Zeug hält

Ein neuer FC Bayern München ist geboren: Nach dem schlechtesten Bundesligastart seit 46 Jahren hat sich der Rekordmeister im Duell mit dem amtierenden Meister rehabilitiert. Dabei setzte Louis van Gaal auf viel Neues und ein bisschen Altbewährtes: 4-3-3 statt Raute, erst Olic und Müller, dann Robben und Ribèry wirbelten, was das Zeug hält. Nun fehlt nur noch Verstärkung in der Abwehr. Kommt Rafinha oder doch ein Torwart?

Mit drei Stürmern, aber ohne den 25-Millionen Neuzugang Robben und Altmeister Ribèry, ließ van Gaal den Wiedergeborenen FC Bayern München auflaufen. Das System hat gehalten, 3:0 gewannen die Münchner das Duell gegen den VfL Wolfsburg. Zwar war der Spielverlauf nicht so eindeutig wie das Ergebnis es vermuten lässt - einmal rettete der Pfosten die Bayern vor einem Gegentreffer, beim zweiten Mal war es Lahm und zuletzt der plötzlich im Tor stehende Butt - doch vor allem nach der Einwechslung von Robben und Ribèry war das Fell schnell verteilt.

Dennoch: van Gaal überraschte mit dem Rücken zur Wand stehend. Miroslav Klose saß zu Beginn ebenso wie Michael Rensing nur auf der Bank. Olic und Müller bildeten die Flügelzange um Mittelstürmer Gomez, das kompakte drei-Mann-Mittelfeld Tymoschtschuk, Schweinsteiger und Altintop machten die Räume dicht, Butt hat das Bayern Tor übernommen und gleich sauber gehalten. Das soll auch so bleiben: "Er wird im nächsten Spiel auch spielen", erstickte van Gaal jede weitere Torwart Diskussion im Keim, auch um einen möglichen Blitztransfer: "Wir werden keinen Torwart kaufen", erklärte der General - und setzt von nun an weiter auf den 35-jährigen Oldie-Torwart Butt.

Ob der FC Bayern München auf einer anderen Position kurz vor Transferschluss noch einmal nachlegt, ist bislang noch nicht endgültig klar. Am gestrigen Samstag brachte der ‘Kicker' den 23-jährigen Rechstverteidiger Rafinha in Zusammenhang mit dem Rekordmeister. Doch ein offizielles Angebot liegt den Schalkern nicht vor, erklärte Felix Magath im Interview mit Sky. Klar ist jedoch, dass "der Spieler weg will." Der Rekordmeister dementierte jedoch umgehend in Person von Sportdirektor Christian Nerlinger: "Das ist eine absolute Falschmeldung." Nach dem Spiel gegen Wolfsburg relativierte Vorstandschef Rummenigge dann das klare Dementi doch wieder: "Es ist nicht so konkret wie es verkündet wird. Da sind einige Herren zu weit vorgeprescht. Wir überlegen." Also doch, Rafinha könnte ab morgen an der Isar kicken.

Der Münchner Merkur hatte zudem am gestrigen Samstag berichtet, dass John Heitinga möglicherweise nach München wechseln könnte. Der Niederländer ist sowohl im Abwehrzentrum als auch auf der rechten Verteidgerposition einsetzbar. Zudem ist mit Sören Lerby ein alter bekannte von Uli Hoeneß der Berater von Heitinga. Der 26-Jährige ist momentan bei Atletico Madrid unter Vertrag, soll aber auch in Kontakt mit dem VfL Wolfsburg stehen. Ein Problem: Heitinga spielte für Atletico bereits in der Champions League Qualifikation und könnte damit weder vom Rekordmeister noch vom amtierenden Meister in der Königsklasse eingesetzt werden.

Nach dem Bundesliga-Duell am gestrigen Samstag könnte heute das Transeferduell zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg folgen. Der italienische Weltmeister und Verteidiger Zaccardo will die Wölfe verlassen, bei den Münchner wackelte vor allem in den ersten drei Spielen die Abwehr bedenklich. Heitinga könnte die Lücke zumindest bei einem der beiden BuLi-Spitzenmannschaften schließen. Doch beide Vereine geben sich bislang noch bedeckt.

Dafür sprachen die Verantwortlichen des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg um so mehr über das gestrige Spiel: "Wir haben die erste Halbzeit sehr gut gespielt und waren perfekt organisiert. In der zweiten Halbzeit haben dann die kreativen Spieler die Tore gemacht und auch viele zusätzliche Chancen herausgespielt. Ich bin froh, dass Franck Ribéry wieder zurück ist und Arjen Robben zum Verein gekommen ist", erklärte van Gaal auf der Pressekonferenz zufrieden. Der Trainer lobte das neue Traumflügelduo Robbèry über den Klee, die in der zweiten Halbzeit im gemeinsamen Alleingang die Entscheidung erst zum 2:0, dann zum 3:0-Endstand besorgt hatten.

In der ersten Halbzeit waren es allerdings vor allem Olic und Müller, die den Wolfsburger Verteidigern kaum Platz ließen, um ein geordnetes Spiel aufzuziehen. Auch die Ecke vor dem 1:0 durch Gomez hatte der kroatische Nationalspieler und Dauerläufer Olic mit großem Einsatz herausgeholt. Doch auch Wölfe Trainer Armin Veh sah im neuen Traumduo der Liga, dem französisch, niederländischem Robbèry, den Unterschied: „In der zweiten Hälfte hätten wir den Ausgleich machen können aber dann haben die Bayern ihre Konter gefahren. Dann wurde es natürlich schwer. Arjen Robben und Franck Ribéry sind natürlich auch Spieler der Extraklasse." Und mit dieser Extraklasse im Angriff wollen die Bayern nun die Tabelle von hinten aufräumen, egal ob mit oder ohne einem neuen Verteidiger und/oder einem Torwart.

 
 

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