Nach dem Ausscheiden seines einzigen Konkurrenten Morgan Tsvangirai kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hat Robert Mugabe verkündet, am kommenden Freitag 'Wahlen' abhalten zu wollen. Der südafrikanische Staat hofft auf Hilfe von Seiten der Internationalen Gemeinschaft, während diese die Vorgänge in Simbabwe kritisiert. Dabei schwenken die zunehmend über die Flüchtlingsströme verärgerten afrikanischen Nachbarländer zunehmend auf die westliche Linie.
"Die Wahl wird stattfinden", verkündete Alleinkandidat Mugabe, unbeeindruckt von der gestrigen Ermahnung seitens des Weltsicherheitsrates, der die "Kampagne der Gewalt" in Simbabwe einstimmig kritisiert hatte. Bis dato hatten die Ratsmitglieder Südafrika, Russland und China eine "leise Diplomatie" gegenüber der Regierung Mugabes nahegelegt. Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte Mugabe indessen auf, die Wahl zu verschieben - was dieser schnöde ablehnt.
Einst feierte Südafrika den mittlerweile 84-jährigen Mugabe noch als Held gegen den westlichen Imperialismus und Rassismus. Auch wenn das unterdrückte Volk von Simbabwe sich mit dem Feiern zunehmend schwer tut, fürchtet es den aufgezwungenen Präsidenten zumindest, was diesem zu genügen scheint.
Angeblich hat Mugabe seine Macht von Gott erhalten, davon ist zumindest er selbst überzeugt - und meint deshalb, das Recht auf alle Mittel zu besitzen, um sich mit eisernem Griff an der Macht zu halten.
Unterdessen ist der Diktator jedoch zunehmend regional isoliert. Zumindest macht sich Mugabe sehr unbeliebt bei den Nachbarländern Sambia und Botswana, deren politische Vertreter zunehmend auf Distanz gehen. So forderte zumindest der südafrikanische Gewerkschaftsverband Cosatu indessen alle Staaten auf, Mugabes Regierung die Legitimität abzusprechen. "Der steigende Flüchtlingsstrom aus Simbabwe ist vielleicht das einzige, was das Regime in Harare ins Wanken bringen könnte", spekuliert der Wiener 'Standard', während er darauf verweist, dass Simbabwe auf Energielieferungen aus Südafrika völlig angewiesen sei.
Zuvor hatte sich die von Mugabes Staatsterror eingeschüchterte MDC-Opposition von Tsvangirai aus dem Wahlkampf um das Präsidentenamt verabschiedet. Amtsträger Mugabes Drohungen mit 'Krieg', willkürliche Verhaftungswellen sowie mindestens 70 politische Morde im Vorfeld der ursprünglich für vergangenen Freitag angesetzten Stichwahl hatten die Sorge um weitere Menschenleben siegen lassen. Seit seiner Flucht in die niederländische Botschaft von Harare hat Oppositionschef Tsvangirai die internationale Gemeinschaft mehrfach dazu aufgefordert, einen friedlichen Wandel herbeizuführen.
Seit 1980 dauert nun die Schreckensherrschaft des zunehmend einsamen Diktators in Simbabwe, dessen Bevölkerung mittlerweile zu zirka einem Drittel aus dem Land geflohen ist. Die Verbliebenen sind zu 85 Prozent arbeitslos, haben unter akutem Trinkwassermangel, Hungersnöten und Krankheit zu leiden - wenn sie nicht aufgrund von HIV-Infektionen sterben.
"Sobald seine Parteigänger merken, dass Mugabes Ende naht und damit ihr eigenes, werden sie sich gegen ihn wenden", prognostiziert die Londoner 'Times'. Die Welt könne nicht ewig das "mörderische Chaos des Despoten in Simbabwe" ignorieren. Die Kopenhagener 'Politiken' empört sich unterdessen gar über die "diplomatische Impotenz des Westens".
Experten fürchten unterdessen, dass internationale Sanktionen in erster Linie Simbabwes ohnehin leidtragende Bevölkerung treffen würden. Berichten der Opposition zufolge gab es gestern bereits erneute Gewaltausschreitungen seitens radikaler Mugabe-Anhänger.