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12.06.2008UNTERSUCHUNGSBERICHT VERÖFFENTLICHT

Fall Natascha Kampusch: Gibt es einen Mittäter und weitere Opfer?

Auch am Tag nachdem Natascha Kampusch mit ihrer eigenen Show ‘Natascha Kampusch trifft…’ auf Sendung ging, reißen die Gerüchte um neue Ermittlungen in ihrem Fall nicht ab. Nach Informationen des ‘Stern’ war Wolfgang Priklopil kein Einzeltäter. Nun sei ein Immobilienhändler aus dem näheren Umfeld des Entführers in das Visier der Fahnder geraten. Auch weitere Missbrauchsopfer schloss die zuständige Polizei nicht aus.

Knapp zwei Jahre nach der Flucht von Natascha Kampusch aus achteinhalbjähriger Gefangenschaft nimmt die österreichische Polizei nach Informationen des ‚Stern‘ die Ermittlungen wieder auf. Ein neues Team untersuche demnach Erkenntnisse und Hinweise, nach denen der Entführer der damals Zehnjährigen kein Einzeltäter war, berichtete das Magazin. In den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt nun  der Unternehmer Ernst Holzapfel, der sich bereits vor zwei Jahren mit widersprüchlichen Aussagen verdächtig gemacht hat.

Der Wiener Staatsanwaltschaft liege eine 20-seitige Dokumentation der widersprüchlichen Aussagen des Unternehmers vor. Er bestreite bis heute, Kampusch mehr als einmal in der Zeit ihrer Gefangenschaft gesehen zu haben. Dennoch fragte der Immobilienhändler nur wenige Stunden, nachdem Kampusch die flucht gelungen war: „Hat er`s umbrocht?" Zu diesem Zeitpunkt am 23. August 2006, konnte Holzapfel von dem traurigen Entführungsfall und seinem glücklichen Ende allerdings noch gar nichts wissen.

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Der österreichische Innenminister Günther Platter hatte im Februar eine Untersuchungskommission zu dem Fall eingesetzt. Die Kommission unter Führung des ehemaligen Verfassungsrichters Ludwig Adamovich überreichte am Mittwoch ihren Abschlussbericht. Darin bemängelten die Ermittler laut ‚Stern‚, dass wichtigen Spuren und Hinweisen nicht nachgegangen worden sei. In dem Bericht heißt es, es könnte weitere Opfer geben, wenn „fassbare Gründe für die Annahme sprechen, dass (zumindest) ein bisher nicht ausgeforschter weiterer Täter involviert war". Über zwei Jahre nach dem Ende des acht Jahre andauernden Martyrium sind damit immer noch nicht alle Fragezeichen in dem Fall Kampusch gelöst.  (cai)

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