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Susanne Klatten in den Fängen der Geldsekte: Gigolo erpresst Millionen

10.03.2009VOR SEINEM PROZESS

Fall Susanne Klatten: Komplize von Helg Sgarbi attackiert die Medien

Ernano Barretta, mutmaßlicher Komplize von Klatten-Erpresser Helg Sgarbi, hüllt sich weiter in Schweigen. Vor wenigen Wochen hatte er jedoch noch lauthals die Medien beschimpft und sie bezichtigt, ihn finanziell zu ruinieren und zu "lynchen".

Auch nach der Verurteilung von Helg Sgarbi (44) will Sektenguru Ernano Barretta (68) zum Fall Susanne Klatten nichts sagen. Im Juni 2008 war der Italiener unter dem Verdacht festgenommen worden, der Strippenzieher hinter Sgarbis erpresserischen Aktivitäten zu sein. Barretta leitet in den Abruzzen eine Sekte und soll seinen schweizerischen Jünger dazu angestiftet haben, reiche Damen abzuschöpfen. Der studierte Jurist war am gestrigen Montag zu sechs Jahren Gefängnis ohne Haftverkürzung verurteilt worden, nachdem er gestanden hatte, BMW-Erbin Susanne Klatten und anderen drei vermögenden Damen insgesamt zehn Millionen Euro abgepresst zu haben.

Barretta und sein Anwalt wollen indessen die Angelegenheit nicht kommentieren, weil nun auf das angebliche Mastermind des Erpresserrings am 24. März im mittelitalienischen Pescara der Prozess wartet. Konkret wird dem Guru vorgeworfen, Sgarbis intime Treffen mit Klatten verschiedene Male gefilmt zu haben. Auch hatte der Italiener die Namen, Telefonnummern und Summen jedes Betrugsfalls bei sich in der Sakkotasche. Zudem wurden in seinem Besitz 1,8 Millionen Euro gefunden, die vermutlich aus der Beute stammen.

Das letzte Mal, dass sich Barretta zu Wort gemeldet hatte, war Ende Februar nach seiner Haftentlassung. Damals hatte er sich wieder in seinen Wohnort Pescasansonesco begeben, nachdem er acht Monate hinter Gittern gesessen hatte. Italienischen Medienberichten zufolge bezichtigte er sich bei der Gelegenheit nur dessen schuldig, "mit Helg Sgarbi befreundet zu sein".

Im Gegenzug warf Barretta den Medien vor, ihn "gelyncht" zu haben, und dadurch seine Familie in den Ruin getrieben zu haben. Über die ganze Angelegenheit sei "ungeheur oberflächlich" berichtet worden, klagte der in seinem Ort als Wunderheiler gepriesene Prediger. Seine Reputation habe gelitten, während die deutsche Justiz gar nichts gegen ihn in der Hand habe - sonst hätte sie ihn ja wohl kaum ziehen lassen, so die Argumentation des Angeklagten.

Der stämmige Mann war 40 Tage vor Verlassen des Gefängnisses angeblich in den Hungerstreik getreten, und hatte damit in Italien ein nationales Medienecho ausgelöst, das schließlich in seiner Freilassung mündete. (mso)

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