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10.10.2008‘BASIC INSTINCT’ LÄSST GRÜSSEN

Hat Amanda Knox Meredith Kercher ermordet? Angebliche Sex-Vorwürfe

Für viele Studenten ist ein Auslandsjahr im sonnigen Italien ein Traum. Für Amanda Knox ist es eher ein Alptraum. Die schöne 23-Jährige sitzt seit vergangenem Jahr im Gefängnis. Eine Mordanklage wird vorbereitet. Die ersehnte Freiheit in Perugia, fernab der bigotten amerikanischen Heimat, hat die Studentin also nicht gefunden. Vielmehr wirkt ihr Leben momentan wie das einer Thriller-Figur a la Sharon Stone in ‘Basic Instinct’.

Wenn sich die breite amerikanische Öffentlichkeit bis hin zu ‘Fox News' aufregt, geht es meistens nicht um einen Krieg, eine Finanzkrise oder den Ölpreis. Dann geht es um ein Menschenleben. So reisen momentan unzählige amerikanische Journalisten von CNN bis zur ‘Vanity Fair' nach Italien. Dabei geht es nicht um eine Bildungsreise, sondern um glasklaren Journalismus. So hat die genannte Zeitung zuletzt eine lange Reportage dem Krimifall im Stile von ‘Basic Instinct' um Amando Knox, ihren Verlobten und Meredith Kercher gewidmet.

Der Fall im Rückblick: Die herbstliche Nacht in Perugia zum 1. November 2007. Die an mehreren Kehlenschnitten verblutete amerikanische Austauschstudentin Meredith Kercher wird tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Sie war fast nackt, nur der Unterleib war in ein blutiges Laken eingewickelt. Schon bald fällt der Verdacht auf die Mitbewohnerin der damals 21-Jährigen, auf Amanda Knox und deren Freund. Die krude Theorie: Sie und ihr Freund hätten das Opfer zu Sex-Spielen zwingen wollen, nachdem Meredith das jedoch nicht wollte, soll das Paar sie getötet haben.

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„Es war ein bestialischer Anblick", sagte einer der Polizisten vor dem Untersuchungsrichter. „Jemand muss wie im Rausch auf sie eingestochen haben." Das passte zu dem angeblichen Lebensstil von Knox: Boulevard-Blätter wollen schnell herausgefunden haben, dass die 21-Jährige einen extreme Lebensart gehabt haben soll - und das ausgerechnet im erzkonservativen Perugia. Doch dass damit nur die Vorurteile der heimischen Bevölkerung gegen die reichen und oftmals weniger an Italien als an wilden Drogen- und Alkoholexzessen interessierten Austauschstudenten geschürt werden, liegt durchaus im Bereich des Möglichen.

So beteuert Knox ihre Unschuld: „Ich bin doch keine Mörderin", flüsterte  sie dem Richter zu. Auch ihre Eltern stehen hinter ihr: „Unsere Tochter ist unschuldig in diese Situation geraten", erklärte die Mutter. Schon ist auch eine Bürgerbewegung entstanden: Die ersten Free-Amando Knox Teddybären sind schon produziert. Die Fans von Knox, der wunderschönenen 2008-Ausgabe von Sharon Stone in Brünette, haben sich auch schon gefunden: „Die Menschen schreiben mir Briefe, um mir zu sagen, wie hübsch ich bin", wispert Amanda mit ihrer brüchigen, hauchenden Stimme." Manche Männer schicken mir sogar Heiratsanträge", ergänzte das Unschuldslamm.

Doch wie viel schmutzige Wäsche lauert hinter dieser perfekten Fassade wirklich. Momentan ist das aus der Entfernung schwer einzuschätzen, schließlich kämpfen angebliche amerikanische Saubermänner von ‘Fox News' bis zur ‘Vanity Fair' gegen italienische Vor-Urteilsfetischisten von der Regenbogenpresse. Im kommenden Monat will das zuständige Gericht über eine Hauptverhandlung gegen Amanda Knox entscheiden. Mal sehen ob in dieser aufgeheizten Stimmung ein salomonischer Richterspruch überhaupt möglich ist. (cai)

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