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Natascha Kampusch: Achteinhalb Jahre Hölle als Dokumentarfilm

15.12.2009EINBLICK IN EINE GESCHUNDENE SEELE

Natascha Kampusch: Achteinhalb Jahre Hölle als Dokumentarfilm

Entführungsopfer Natascha Kampusch hat am gestrigen Montag in Hamburg die Dokumentation 'Natascha Kampusch - 3.096 Tage Gefangenschaft' vorgestellt. Dabei hat die 21-Jährige vom schwierigen Weg zurück ins "normale" Leben gesprochen und dafür Medien und Öffentlichkeit in Österreich mitverantwortlich gemacht.

Das wohl berühmteste Entführungsopfer der europäischen Kriminalgeschichte, Natacha Kampusch, hat am gestrigen Montag in Hamburg zusammen mit Autor Peter Reichard und Regisseurin Alina Teodorescu die Dokumentation über ihr Leben während achteinhalb Jahre Gefangenschaft präsentiert.

Kampusch lebt jetzt zwar zurückgezogen und zeigt sich kaum in der Öffentlichkeit. Dennoch entschied sich die 21-Jährige, bei dem Film mitzuwirken, der die Geschichte ihrer Entführung und jahrelange Freiheitsberaubung erzählt.

"Man sieht die Dinge in meinem Heimatland ganz anders, ich wollte das von einer anderen Seite betrachtet sehen", begründete Kampusch ihre Entscheidung.

In der 45-minütigen NDR-Produktion beschreibt die Österreicherin zum ersten Mal detailliert die schwersten Momente ihres Lebens: den Tag ihrer Entführung im März 1998 und die darauf folgende langjährige Isolation und Einsperrung in einem knapp fünf Quadratmeter großen Kellerverlies. Sie erzählt zudem über die Demütigung und den Missbrauch durch den Entführer Wolfgang Priklopi und schließlich über ihre Befreiung im Sommer 2006.

Kampusch sprach vor Journalisten über die Schwierigkeiten, in ein normales Leben zurückzufinden und den Wunsch, als normaler Mensch akzeptiert und nicht immer als Opfer gesehen zu werden. Vor allem die fehlenden sozialen Kontakte während ihrer Gefangenschaft haben tiefe Spuren hinterlassen. Freunde zu haben, ist für sie natürlich noch sehr schwer. "Ich habe ja keine normale Sozialisation gehabt, in der ich Freundschaften aufbauen konnte." Zu ihrer Familie hat sie aber heute regelmäßigen Kontakt.

Bei der Pressekonferenz im Hamburger Atlantic-Hotel klagte die Österreicherin dann, in ihrem Heimatland schlügen ihr Missgunst und Aggressivität entgegen, und auch die Medien seien sehr penetrant.

Es sei eben eine "Wiener Mentalität", andere zu kritisieren und schlecht zu machen, so Kampusch über die Wiener Gesellschaft. Dennoch wolle sie dort bleiben: "Wien ist doch irgendwie meine Heimatstadt", betonte Kampusch, und fügte hinzu: "Und trotz der ganzen Anfeindungen und der unfreundlichen Leute mag ich Wien sehr gerne."

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In 'Natascha Kampusch - 3.096 Tage Gefangenschaft' kommen auch Berichte ihrer Mutter und von Ernst Holzapfel, einem Freund ihres Entführers Wolfgang Priklopil, vor. Aufnahmen von der Suche nach dem damals zehnjährigen Mädchen und der Fahndung nach dem Täter werden ebenfalls gezeigt. Die Dokumentation wird die ARD am 25. Januar um 21.00 Uhr ausstrahlen.

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