Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Könige aus dem Morgenland segneten zur Krönung und als Abschluss der pompösen Weihnachtszeit meine Türe. Ihre auch?
Es klingelte. Ich öffnete. Drei Gnome in Königsoutfit sangen mich bass-tenörisch an. Leider wagten sie es auch beim Nachbarn die Sturmglocken zu läuten. Er, der Nachbar, Pilot in Jetlag, rieß die Türe auf, fuchtelte mit einem zehn Euro Schein und gab ein unmissverständliches Post Scriptum: „damit da Ruhe ist" zum Besten. Heilige Dreifaltigkeit! Die armen bleichgesichtigen Gnome. Ich sagte Ihnen sie sollen dafür mir bitte zwei weitere Lieder vorsingen. Die üben sicher ein ganzes Quartal dafür. Außerdem dürfen Sternsinger im Gegensatz zu Johannitern und Maltesern alles.
Die etwas fatalistisch, extreme Reaktion meines Nachbars ließ mich erkennen, dass der Gazastreifen unweiter ist als ich dachte. Caspar, Melchior und Balthasar entstammen einer iranisch (persisch)-medischen Priesterkaste und verehrten zu Zeit Jesus den gleichen Gott wie Juden und Chaldäer. Papst Benedikt XVI erklärte neulich, dass die heiligen drei Könige mit Sicherheit Astronomen also Sterndeuter waren - er wollte damit lediglich Galileo Galilei rehabilitieren, der ja bekanntlich seitens der Kirche aufgrund seiner astronomischen Lehren verbannt wurde. Somit ist es unmöglich etwas gegen Salbei, Gold und Myrrhe einzuwenden. Zugegeben: es sind zwei Gedankengänge die schwer in Einem zusammenzufassen sind.
Ich empfinde den Hass der Hamas und jeder anderen muslimisches Extremistenbewegung bedenklich. Was ist bloß mit diesen fanatischen Ajatollas los, die mit ihren mittlerweile unhaltbaren Reminiszenzen mehr als Politik machen, es zulassen, dass bereits Kinder im Volksschulalter in pakistanischen Schulen in Märthyrertum unterrichtet werden und somit eine ganze Generation mutwillig auslöschen. Wo bleibt da der in jeder Kultur notwendige Respekt vor Kindern?
Neulich als ich in Wien eine Demonstration von Palästinensern beobachten durfte, fragte ich mich, was wohl mit mir passieren würde, wenn ich vor einer Moschee im Halbmond, noch dazu als Frau, mit wallendem Haar aus der Bibel rezitieren würde. Diese Fanatiker würden mich fernab jedes Menschenrechts sofort erschießen. Erstens weil ich eine Frau bin und rezitiere, zweitens weil ich mein Haar offen trage, vielleicht sogar noch in hautengen Jeans oder ein knielanges Kleidchen trage und drittens weil es die Bibel ist. Die übliche Salbei, Gold und Myrrhe Dramatik, vereinfacht umschrieben. Gleichzeitig erinnerte ich mich an Freunde und Freundinnen aus Jordanien, Libanon und Libyen - sehr reich, sehr westlich erzogen und stets kopfschüttelnd über derartige Tendenzen im Halbmond.
Doch worin liegt die Lösung dessen? Sollen wir Wessis, aufgewachsen in einer vom Christentum geprägten Kultur, bald auf unseren Nikolo verzichten, weil muslimische Kinder sich aufgrund von Unkenntnis unserer Kultur wegen von ihm bedroht fühlen? Eine kleine Freundin von mir, gerade acht Jahre alt, in Jerusalem lebend, hat auch vor Ajatollas in Mufti Gewändern Angst. Gibt es demnach ein Menschenrecht, dass Ajatollahs und Muftigewänder verbieten? Gaza ante portas?
Solange Sozialdemokraten sich in widersprüchlichen Werten wie den Kampf gegen die Armut, anstatt den Einsatz für Reichtum, verstricken, Christdemokraten ihre eigene Ausdehnung traditionell verhindern und beide Richtungen mit ihren Engstirnigkeiten rechtpopulistischen, politischen Bewegungen damit Raum geben, werden sich Tore für feindliche Parolen und Fremdenhass bieten und dementsprechend Wählerstimmen finden. Der Nährboden für Extremismus egal ob im Gaza, Israel, Pakistan, Grammatneusiedel, Buxtehude oder Espiritu Santo scheint global gegeben zu sein.
Extremistische Moslems und deren Ajatollas gleichsam oder spiegelbildlich zu hassen, ergäbe wenig Sinn. Sinn jedoch macht sich seiner eigenen Tradition und Glaube wieder wertfrei zu besinnen. Eine Kirche der Unterdrückung wie uns das der heilige Vatikan seit Jahrhunderten vorzeigt ist dafür jedoch gänzlich undienlich. Es geht um eine Wiederbesinnung von Riten, Mantren, dem Gebet oder wenn Sie wollen nennen Sie es Meditation oder schlicht Gott. Gott ist Gott. Wenn wir uns wieder auf unseren Glauben besinnen, besinnen wir uns wieder unserer Kultur. Klingt einfach.
Radikale, terroristische Bewegungen hätten damit keinerlei Kraft, Bedeutung und Einfluss. Oder soll es einfach zugelassen werden? Ich bitte Sie, solche Tendenzen hatten wir doch schon mal. Weltweit haben Intellektuelle mittlerweile Angst missverstanden zu werden, wenn sie fordern, dass, als Beispiel und vereinfacht gesagt, im Westen der Nikolo der Nikolo ist und in unseren Schulen das Kreuz als Symbol weiterhin als eine Art Gebetsmühle bleiben darf.
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Dem Bundeskanzler, seinen Co, dem Bürgermeister und sonstigen von Dauer grinsenden Rotwein schlürfenden Ewiggestrigen ins Stammbuch geschrieben. Liberalismus, meine Damen und Herren, ist die Lösung. Also bitte! Besinnen wir uns auch fernab der Weihnachtszeit, denn wie sagte Jesus, dieser Herr um den wir hier jährlich so pompöse Festivitäten und Urlaube wie in den vergangenen Wochen gestalten, einst so schön: „an ihren Taten werdet ihr sie erkennen", oder um diesen Konflikt der Sternsinger mit meinem Nachbarn verständlicher zu machen. „if it does not work from the inside, try to make it work from the outside".
WÖRTERBERG
die äußere Welt spiegelt die Umstände und die Bedingungen unseres inneren Bewusstseins wider.
Petra Augustyn
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