Ein internationaler Krisengipfel soll noch in dieser Woche dazu beitragen, dass der blutige Konflikt im Osten des Kongo ein Ende findet. Der kenianische Außenminister Moses Wetangula kündigte an, dass sein Land am Freitag in der Hauptstadt Nairobi zum internationalen Krisengespräch laden werde. Die Lage im Kongo bleibt derweil angespannt: Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' teilte am heutigen Donnerstag mit, dass ihr Auslandskorrespondent im Kongo in die Hände von Entführern gefallen sei.
Nach kenianischen Angaben werden unter anderem die Staatschefs von Kenia, Ruanda, Südafrika, Uganda und Tansania sowie Vertreter der Afrikanischen Union (AU) und der Vereinten Nationen am Krisengipfel teilnehmen. Auch der kongolesische Präsident Joseph Kabila hat bereits seine Teilnahme zugesagt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie Vertreter einiger westlicher Länder seien ebenfalls eingeladen, erklärte Wetangula. Die Konferenz solle zu einem „Fahrplan für einen Weg aus der Krise" führen, sagte der tansanische Außenminister Bernard Membe. Tansania hat derzeit den Vorsitz in der AU inne.
Die Lage im östlichen Kongo ist derweil weiter angespannt. Das Rote Kreuz hat mit der Verteilung von Lebensmitteln an die Bevölkerung in der umkämpften Provinz Nord-Kivu begonnen. In den nächsten Tagen sollen insgesamt 365 Tonnen Lebensmittel verteilt werden, teilte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) in Genf mit. Damit könnten 65.000 Menschen für etwa zehn Tage versorgt werden. Nach eigenen Angaben hat das Rote Kreuz seit Beginn der Kämpfe außerdem provisorische Toiletten eingerichtet sowie täglich 60.000 Liter Wasser verteilt. Der Chef der IKRK-Delegation im Kongo, Max Hadorn, nannte die humanitäre Lage vor Ort "entsetzlich".
Unterdessen gab die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' (FAZ) bekannt, dass ihr Afrika-Korrespondent Thomas Scheen in die Hände von Entführern gefallen ist. Nach Informationen der belgischen Tageszeitung 'Le Soir' wurde der 43-Jährige von Mitgliedern der so genannten Mai-Mai-Miliz entführt. Diese wolle Scheen nur frei lassen, wenn Rebellenführer Laurent Nkunda seine Truppen zurückziehe.
Verwandte Artikel
Scheen sei in der Nähe des Ortes Kiwanja entführt worden, berichtet 'Le Soir'. Dort hatten sich die Rebellentruppen Nkundas und die Mai-Mai in den letzten Tagen schwere Kämpfe geliefert. Nach eigenen Angaben kämpft Nkunda mit Unterstützung Ruandas für die Rechte der Tutsi-Minderheit im Kongo, die aus Ruanda stammt. Die Mai-Mai hingegen wollen die ruandischen Rebellen aus dem Kongo vertreiben. (fr)