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Papst Benedikt XVI. schockiert Afrika mit Kondom-Verdikt

18.03.2009GRASSIERENDES ENTSETZEN

Papst Benedikt XVI. schockiert Afrika mit Kondom-Verdikt

Die Welt blickt ungläubig nach Afrika, wo Papst Benedikt XVI am gestrigen Dienstag zu Beginn seiner Afrika Reise verlautbaren ließ, dass Kondome das Aids-Problem nicht lösen. Afrikanische Hilfsorganisationen und Politiker reagieren geschlossen mit Unverständnis. Kritik macht sich breit und bündelt sich gegen das Oberhaupt der katholischen Kirche. Auch in Deutschlang regen sich erste Stimmen.

Die fliegende Pressekonferenz des Pontifex an Bord seiner Boeing 747 war mit Spannung und Neugier erwartet worden. Als dann die Frage auf das in Afrika allgegenwärtige Problem Aids kam, gab es dazu von Papst Benedikt eine eindeutige Antwort. Die Kirche gehöre zu den Organisationen, deren Arbeit zur effektivsten in diesem Bereich gehöre. Weiter hieß es, dass Geld allein in diesem Kontext nicht helfe. Auch das Verteilen von Kondomen löse das Problem nicht. Vielmehr verstärke es sich dadurch noch.

Eine Lösung hatte der Oberhirte der Katholiken allerdings parat. Seiner Meinung nach müsse eine doppelte Strategie her. Zum einen eine Humanisierung der Sexualität, auf einem neuen partnerschaftlichen Verhältnis ruhend, und gleichzeitig eine echte Freundschaft mit den Leidenden. Oder kurz gesagt: eine menschliche und soziale Erneuerung. Im gleichen Atemzug verlangte Ratzinger auch eine angemessene Würdigung des Engagements der kirchlichen Einrichtungen in diesem Bereich. Diese finde gemindert oder gar nicht statt, da "eine stark klischeehafte Betrachtung der kirchlichen Position beim Thema Aids" herrsche.

Reaktionen auf die Ächtung des Verhütungsmittels folgten auf dem Fuß. Eine der Ersten, die dazu Stellung bezieht, ist die 'Treatment Action Campaign', eine südafrikanische Organisation. "Der Papst sollte besser die Verbreitung von Kondomen fördern und den Menschen ihre Verwendung beibringen", so Rebecca Hodes. Die Weltkinderorganisation Unicef ergänzte, wie elementar es sei, dass "Erwachsene und Kinder wissen, wie man sich vor Aids schützt." Und auch Grünen-Chefin Claudia Roth schloss sich der Diskussion an und beurteilte die Haltung des geistigen Oberhauptes der katholischen Kirche. Zwar knapp aber deutlich bezeichnete sie die Aussage als "höchst unverantwortlich."

In Kamerun selbst bringt Stanley Obale Okpu die überbordende Kritik treffend auf den Punkt. Der Angestellte im Ministerium für Stadtentwicklung meinte: "Was der Papst sagt, ist ein Ideal für die katholische Kirche. Aber er muss auch auf die Realität an der Basis schauen." Und das bedeutet im Klartext, zu erkennen, dass 67 Prozent aller Aidsinfizierten auf dem Schwarzen Kontinent leben. Dass 17 Millionen Menschen dort bereits daran gestorben sind, und dass Kondome nicht nur im Kampf gegen die Immunschwäche-Krankheit sehr wichtig sind, sondern auch zur Geburtenkontrolle.

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Bleibt also die Frage: Wie nimmt das verarmte Volk die Botschaft auf? Besorgniserregend ist die Tatsache, dass Afrika als 'Wachstumsregion' der katholischen Kirche gilt. Kamerun war von 1884 bis 1916 deutsche Kolonie, und daher sind auch heute noch 40 Prozent der knapp 19 Millionen Einwohner Christen, die Mehrheit unter ihnen Katholiken. Zusätzlich ist es eines der ärmsten Länder des Kontinents, was es noch empfänglicher für die paradoxen Ansichten des urreligiösen Pontifex machen könnte. Denn wie dieser richtig erkannte, sehnen sich in der heutigen Zeit dort unzählige Menschen nach einem Wort des Trostes und der Hoffnung.

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (1)
Alex (18.03.2009 17:08)

Kondome können keine Probleme lösen

Wie sollen Kondome denn bitte das AIDS-Problem in Afrika lösen? Zweidrittel aller HIV-Infizierten auf der Welt leben in Afrika. Zwar verhindern Kondome die neue Ansteckung, aber eine Lösung des Probems sind sie nicht, da sich der Virus nicht nur beim Sex überträgt. Eine andere Art mit dem Problem umzugehen, wäre durchaus ein Lösungsmittel: Nicht Sex mit oder ohne Kondom ist die entscheidende Frage, sondern inwieweit sich die Menschen von der Ware 'Sex' freimachen können.