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Sarah Palin geht in die Offensive – und greift Barack Obama scharf an

19.11.2009SPÄTE SCHLAMMSCHLACHT

Sarah Palin übt Rache - und landet einen Bestseller

Am vergangenen Dienstag kam Sarah Palins Autobiographie ´Going Rogue: An American Life´ (Im Alleingang – Ein amerikanisches Leben) in die Buchläden der Vereinigten Staaten. Das Buch ist letztlich eine ganz persönliche Abrechnung der ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidatin – mit ihren politischen Gegnern, vor allem aber auch mit den eigenen Reihen.

Schon bevor das Buch offiziell in den amerikanischen Buchläden erhältlich war, konnte Sarah Palin auf 1,5 Millionen vorbestellte Exemplare, sowie die Nummer 1-Platzierung auf den amerikanischen Bestsellerlisten blicken. Wie sich nun herausstellte, wird die Autobiographie die Sensationslust der Leser auch nicht enttäuschen. Sarah Palin holt zum Rundumschlag aus und klagt an: US-Präsident Barack Obama, die Medien, die Demokraten, CBS-Anchorfrau Katie Couric, die im Interview peinliche Wissenslücken der ehemaligen Gouverneurin aus Alaska ans Tageslicht beförderte... Die Liste ist lang. Doch vor allem verurteilt sie ihr eigenes Wahlkampfteam.

John McCain, sein Kampagnenmanager Steve Schmidt, das Wahlkampfteam, alle haben nach Ansicht der Vizepräsidentschaftskandidatin versagt und sie darüber hinaus böswillig hintergangen. "Es mag für die Berater namhafter Kandidaten nicht ungewöhnlich sein, dass sie sich darüber streiten, wer das Sagen hat", schreibt Sarah Palin. "Aber es ist unerhört, dass Wahlkampfhelfer einen Kandidaten auf so unverschämte Weise mit schäbigen, anonymen Aussagen den Wölfen zum Fraß vorwerfen".

Der Wahlkampf sei unorganisiert, zynisch, zerstritten und schwerfällig gewesen und habe falsche Schwerpunkte gesetzt. Sie selbst wurde bevormundet und im Hintergrund gehalten: Sie durfte keine Interviews geben und musste stattdessen Diät halten. Ihre neue Garderobe im Wert von 150.000 Dollar, die während des Wahlkampfs für Zündstoff sorgte, sei ihr aufgezwungen worden. Sie beschwerte sich ebenfalls, dass die Kosten von 50.000 Dollar für die Sicherheitsprüfung ihrer Kandidatur nicht übernommen wurden.

Nicht nur die Republikaner um McCain dementieren zahlreiche Vorwürfe, auch in überparteilichen Medien wie der Associated Press werden bereits Listen erstellt mit allen Fehlern und Lügen in der Autobiographie. Steve Schmidt, Chefstratege von McCain, nannte die Vorwürfe gegen das Team "reine Erfindung". McCain selbst soll seine einstigen Mitstreiter per Konferenzschaltung angewiesen haben, Palin zu ignorieren.

Sich selbst stilisiert die konservative Populistin weiterhin als einfache Amerikanerin und Patriotin, als 'Hockey Mum'. Ihr Mann, ihre fünf Kinder und sie lebten wie alle einfachen Amerikaner mit den richtigen Werten und goldener Seele. Sie spricht über Familie, Glauben, Tugenden, Prinzipien. Gewidmet ist das Buch übrigens allen "Patrioten, die meine Liebe für die Vereinigten Staaten von Amerika teilen".

Wer auf in 432 Seiten der Memoiren nach einer ernsthaften Analyse der Gründe ihres Scheiterns sucht, wird allerdings enttäuscht. Bei ihrem Auftritt bei Talkmasterin Oprah Winfrey, den man als Auftakt ihrer dreiwöchigen Lese- und Werbereise durch 14 amerikanische Staaten sehen kann, sagte Palin: "Ich glaube nicht, dass ich für die Niederlage verantwortlich bin. Genauso wenig, wie ich für einen Sieg Verantwortung getragen hätte." Ob sie nie an ihrer Qualifikation gezweifelt habe? "Nein. Nein. Ich war recht selbstsicher."

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Mit ihrem Buch sorgt Sarah Palin für Medienrummel in Amerika und füllt die Seiten zahlreicher Zeitungen - und bedient dabei die ganze Bandbreite vom Politmagazin bis zur Boulevardpresse. Jüngsten Spekulationen zufolge bereitet die brünette Politikerin mit 'Going Rogue: An American Life' auch eine erneute Kandidatur für das Präsidentschaftsamt im Jahr 2012 vor. Noch dementiert sie diese Gerüchte aber: "Ich habe derzeit so viel zu tun, dass ich noch nicht an das Jahr 2012 denken kann. Eine Präsidentschaftskandidatur ist derzeit nicht auf meinem Radar. Es braucht ohnehin keinen Titel, um etwas bewirken zu können."

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