Selbst 48 Stunden nach der eigentlichen Wahl laufen in Südafrika immer noch die Auszählungen in den Wahllokalen. Erste Einschätzungen vom Freitag verdeutlichen aber: Die zur Zeit regierende Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) hat, mit momentanen 67 Prozent, die Zweidrittel-Mehrheit so gut wie sicher. Mit einem klaren Zwischenergebnis, das ihm 64 Prozent aller abgegebenen Stimmen attestierte, wird der Partei-Chef Jacob Zuma neuer Präsident des Landes.
Damit übernimmt der von vielen umstrittene Kandidat des ANC das Amt von Übergangspräsident Kgaglema Motlanthe. Dieser war vorübergehend eingesetzt worden, nachdem der jetzige Wahlsieger im September letzten Jahres erfolgreich eine Revolte gegen den amtierenden Präsidenten Thabo Mbeki durchgeführt hatte.
Die stärkste Opposition bildet die liberale Demokratische Partei (DA) rund um die deutschstämmige Bürgermeisterin von Kapstadt Helen Zille, die bislang auf gut 16 Prozent kommt. Die jüngste Partei, der Volkskongress (COPE), kommt auf acht Prozent der Wählerstimmen. Sie war aus Enttäuschung über den Kurs des ANC von ehemaligen Anhängern gegründet worden.
Der neue Präsident ist eine kontroverse Erscheinung auf dem politischen Parkett. Erst vor wenigen Wochen sind jahrelange Korruptionsermittlungen gegen den 67-jährigen eingestellt worden. Die Befürchtungen einiger Investoren weltweit, das Land könnte unter der neuen Führung in einen politischen Linkskurs abdriften, wies er aber bereits entschieden zurück.
Unter den Einheimischen wird er jetzt schon frenetisch gefeiert. Denn obwohl das offizielle Wahlergebnis noch aussteht, begann der Afrikanische Nationalkongress bereits mit den Siegesfeierlichkeiten. In der Parteizentrale im Stadtkern Johannesburgs ließ sich der neue Staatchef von 4000 ANC-Anhängern bejubeln und feiern.
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Die Lobeshymnen seiner Fans reichen von „Dieser Mann hat soviel gelitten, jetzt soll er die Freiheit dieses Landes genießen" bis zu „Er wird ein großartiger Präsident sein." Ganz so euphorisch sind die parteiischen Gegner wenn es um ihn geht nicht. Kontrahentin Zille ließ erst vor zwei Tagen verlauten, Zuma sei eine „Ein-Mann-Verfassungszerstörungsmaschine." (sdo)