Den Spekulationen um die Einnahme von Dopingmitteln hat Ex-T-Mobile-Fahrer Patrick Sinkewitz am gestrigen Dienstag ein Ende bereitete. In einer offiziellen Stellungnahme ließ der 26-jährige Radprofi durch seinen Anwalt Michael Lehner...
Den Spekulationen um die Einnahme von Dopingmitteln hat Ex-T-Mobile-Fahrer Patrick Sinkewitz am gestrigen Dienstag ein Ende bereitete. In einer offiziellen Stellungnahme ließ der 26-jährige Radprofi durch seinen Anwalt Michael Lehner verlauten: „Ich will für mein Fehlverhalten einstehen und die sich für mich daraus ergebenden Folgen tragen.“
Zuvor hatte Sinkewitz auf die Öffnung der B-Probe verzichtet, was eigentlich einem Schuldgeständnis gleichkommt. Am 18. Juli, als das Ergebnis der positiven A-Probe verkündet wurde, zeigte sich der Radprofi allerdings noch schockiert und unschuldig. „Ich? Wieso ich? Davon weiß ich nichts. Das kann nicht sein“, so Sinkewitz damals.
Jetzt zeigt sich der Radprofi allerdings geständig, Doping während der Tour de France genommen zu haben. Hier einige Auszüge aus der Stellungsnahme Sinkewitz’:
„Ich habe heute meinen Antrag auf Öffnung der B-Probe zurückgezogen. Ich will für mein Fehlverhalten einstehen und die sich für mich daraus ergebenden Folgen tragen. Ich hatte mir Testogel besorgt, das von der Firma Jenapharm als Mittel zum Ausgleich von Testosterondefiziten angeboten wird... Ohne nachzudenken bzw. schlichtweg in großer Dummheit hatte ich mir im Trainingslager in Frankreich am Abend vor der Dopingkontrolle heimlich Testogel auf den Oberarm aufgetragen. Dies tat ich instinktiv und ohne an die möglichen Folgen zu denken. Es war ein großer Fehler. Mein Eingeständnis soll mein erster Schritt zur Wiedergutmachung sein. Ich werde dem Bund Deutscher Radfahrer und der dort initiierten Unabhängigen Kommission zur Verfügung stehen.“
Christian Frommert, Leiter der Kommunikationsabteilung von T-Mobile, begrüßte das Geständnis von Sinkewitz. „Es ist gut, dass die Öffentlichkeit und die Fans nicht mit albernen Verteidigungsstrategien enttäuscht und genervt werden. Im Sinne des Aufbruchs und der Entwicklung neuer Strukturen im Radsport setzt sich hoffentlich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Leugnerei albern und peinlich ist“, so Frommert zur dpa.
Trotz der Kündigung von Sinkewitz durch das T-Mobile-Team begrüßt der Radrennstall die Rolle des 26-Jährigen als Aufklärer. Wie versöhnlich sich sein ehemaliger Sponsor „Fröstina“ zeigt, bleib abzuwarten. Mögliche Schadensersatzforderungen werden derzeit noch juristisch geprüft, so ein Sprecher des Mineralwasser Produzenten. Darüber hinaus droht laut Reglement des Weltverbandes UCI Sinkewitz auch neben einer zweijährigen Sperre die Rückzahlung seines kompletten Jahresgehaltes. (mb)