Am heutigen Donnerstag gab T-Mobile auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken bekannt, das eigene Radsport-Engagement fortsetzen zu wollen. Nach dem Bekanntwerden des Dopingfalls Patrik Sinkewitz während der diesjährigen Tour de France...
Am heutigen Donnerstag gab T-Mobile auf einer Pressekonferenz in Saarbrücken bekannt, das eigene Radsport-Engagement fortsetzen zu wollen. Nach dem Bekanntwerden des Dopingfalls Patrik Sinkewitz während der diesjährigen Tour de France hatte der Konzern angekündigt sein Sponsoring in Ruhe überdenken zu wollen.
Im Vorfeld der am morgigen Freitag beginnenden Deutschland-Tour ließ das Mobilfunk-Unternehmen keinen Zweifel an dem bis 2010 laufenden Vertrag. Trotz der zahlreichen Dopingfälle, auch im eigenen Team, wird T-Mobile mit Teamchef Bob Stapleton den strikten Anti-Doping Kurs weiterfahren.
Konzernsprecher Christian Frommert berichtete, dass in den vergangenen Wochen sowohl intern als auch mit Politikern wie Medienvertretern viel über einen möglichen Ausstieg diskutiert worden sei. Am Dienstag Abend sei schließlich beschlossen worden, den laufenden Vertrag nicht zu kündigen. „Zwar steht der Radsport an seinem Tiefpunkt, doch gerade deswegen wäre ein jetziger Ausstieg genau das falsche Signal“, so Frommert. Man wolle helfen, das verloren gegangene Vertrauen in einen sauberen Radsport zurückzugewinnen und dürfe deswegen jetzt nicht davonlaufen, so der Sprecher weiter.
T-Mobile behält sich jedoch vor bei weiteren Dopingfällen im eigenen Team, das Engagement jederzeit kündigen zu können. Zudem erhöht der Geldgeber den Druck auf die Fahrer. Diese müssen sich in Zuunft auch finanziell am Anti-Doping-Kampf beteiligen. Außerdem sollen noch mehr interne Dopingtests vollzogen werden.
Der Bonner Konzern engagiert sich bereits seit 1991 im Radsport. Höhepunkte der Team-Erfolge war der unter Dopingeinfluss erzielte Tour de France-Sieg von Bjarne Riis (1996). 1997 gewann Jan Ullrich, angeblich sauber, die Tour für den Bonner-Rennstall.
Nach dem Skandal um Jan Ullrich und den folgenden Dopinggeständnissen ehemaliger Teammitglieder, wie Erik Zabel, Bjarne Riis, Jörg Jaksche und Rolf Aldag, hatte T-Mobile bereits vor der Tour über einen Ausstieg aus dem Radsport nachgedacht. Doch der neue Teamchef und eine rigorose Anti-Doping-Politik sollten das Team sauber halten. Bis zum Dopingfall Sinkiewitz schien dies auch erfolgreich gewesen zu sein. (cai)