Zwei Clubbesitzer aus England sind es leid, immer und immer wieder die gleichen abgenudelten Hits ihrer DJs zu hören. Was könnte man dagegen tun? Genau, eine eigene Band gründen - und das spielen, was einem selbst gefällt. Der Traum eines jeden gelangweilten DJ und Clubbesitzers wird bei 'Does It Offend You, Yeah?’ zur Wirklichkeit.
Die Idee an sich war ihnen recht schnell gekommen, nur die Umsetzung beinhaltete einige Anstrengungen: Finanzielle Engpässe und die daraus resultierende räumliche Begrenztheit machten den beiden Produzenten aus Reading das Leben nicht leicht.
Ihr neu angemietetes „Studio" - eine winzige Wohnung in Londons Norden, das gerade mal genug Platz für ihr Equipment bot, und der Katze ihres Vermieters als Toilette diente - spornte die nun auf vier Mitglieder angewachsene Band zu Höchstleistungen an.
Nach den bereits 2006 geschriebenen Songs „Battle Royale" und „We are Rockstars" entstand dort der stark an DAFT PUNK erinnernde Robo-Disco-Track „Weird Science". Aber nicht nur das Musikalische, auch ihr anfängliches Gebaren hatte einiges mit den französischen Elektro-Pop-Duo gemein: Es gab keine Photos der Bandmitglieder und es kursierte das Gerücht, dass es sich bei den Musikern um ältere Herren handle.
Diese Vermutung wurde aber von der Band selbst aus der Welt geschafft, als sie komplett besetzt waren und sich der Öffentlichkeit zeigten.
Signing als kreative Bremse
Als sie daraufhin einen Plattenvertrag bekamen, brachte das einige unerwartete Probleme mit sich: Sie verloren den Überblick und das Gehör für ihre Sounds. Die Ursprünglichkeit die DOES IT OFFEND YOU, YEAH? anfangs auszeichnete war nicht mehr vorhanden. Alle folgenden Proben endeten eigenen Aussagen nach mit lahmen Wiederholungen ihre bereits veröffentlichten Tracks.
Lang brauchten sie nicht um herauszufinden woran das lag: „Wir haben unsere Killer-Tunes bisher in winzigen, stinkenden schrankgroßen Apartments produziert. DOES IT OFFEND YOU, YEAH? brauchen keine schicken Villen."
Gesagt, getan. Man quartierte sich wieder bei Freunden ein und James schrieb an nur einem Tag mit „Dawn of the Dead" das poplastigste Lied des Longplayers, das nicht nur dem Titel nach an die 80er Jahre erinnert. Gerade ihre Affinität für dieses Jahrzehnt wird auch in dem Song „Being Bad Feels Pretty Good" ersichtlich, der unter starkem Einfluss des Films „The Breakfast Club" entstanden ist. Die kreativen Köpfe nahmen die berühmte Tanzszene des Films, drehten die Lautstärke auf Null und schrieben ihren Song auf die Bewegungen der Schauspieler.
Heraus kam dabei ein Track, der trotz seiner Handclaps und des Backgroundchorus nicht kitschig wirkt und sofort in die Beine geht.
Konzeptalbum, yeah?
Man hört dem Album an, dass zwischen manchen Stücken mehrere Monate des Schaffens und Tüftelns liegen. Was nicht heißen soll dass es gänzlich zerrissen wirkt. Sie pendeln zwischen der Eingängigkeit der WHITE STRIPES, den Melodien von BLOC PARTY („Epic Last Song") und stampfenden Beats mit denen gerade auch die Franzosen hinter JUSTICE die gitarrenverliebte Indigemeinde zum Tanzen animiert.
Dem geneigten Hörer seien an dieser Stelle schon mal die Münchner von FRITTENBUDE (ab Oktober diesen Jahres auf Audiolith) ans Herz gelegt, die diese Referenzen noch um MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER erweitern.
Trotz der verschiedenen Stilrichtungen entsteht bei dem Album „You Have No Idea What You're Getting Yourself Into" doch Homogenität.
Nämlich in der Hit-Dichte: Es wirkt wie der Kette-rauchende und versoffene, aber coolere große Bruder aller Tanztempelcompilations.
DOES IT OFFEND YOU, YEAH?: You have no Idea what you're getting yourself into; Virgin / EMI
Tracklist:
1. Battle Royale
2. With a Heavy Heart (I Regret to Inform You)
3. We are Rockstars
4. Dawn of the Dead
5. Doomed Now
6. Attack of the 60 Ft Lesbian Octopus
7. Let's Make Out
8. Being Bad Fells Pretty Good
9. Weird Science
10. Epic Last Song