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Neues BRATZE-Album: Dem Sinn im Sinnlosen auf der Spur

28.04.2010INDIE-PROJEKT MIT NEUEM DREH

Neues BRATZE-Album: Dem Sinn im Sinnlosen auf der Spur

Die Band mit dem wohl onomatopoetischten Namen der jüngeren Geschichte meldet sich mit ‚Korrektur nach unten & die Notwendigkeit einer Übersetzung’ zurück. Und obwohl sie niemals von der Bildfläche und aus den Boxen der Clubs verschwunden waren, vermisste man neuen Output schmerzlich.

Während Deutschland zum gefühlt hundertsten mal aus einem handverlesenem Haufen den nächsten Superstar gewählt hat - der für mehr als eine Single nicht zu gebrauchen ist - und die schwarz-gelbe Regierung sich nicht ganz darüber einig ist, ob sie sich uneinig sein sollen, um die schlechten Umfrageergebnisse zu schmälern, denken BRATZE, sie müssten korrigieren.

Aber wen oder was wollen sie korrigieren? Sich selbst können sie nicht meinen: Sie haben seit ihrer ersten Single ‚Jean Claude' - vertreten auf ihrem ersten Album ‚Kraft' - alles richtig gemacht: Ausgiebiges Touren, die EP ‚Waffe' in kürzester Zeit hinterher gereicht und es geschafft, ihre Solokarrieren nicht zu vernachlässigen. BRATZE sind und bleiben das Traumpaar bestehend aus Kevin Hamann alias CLICKCLICKDECKER und Norman Kolodziej aka DER TANTE RENATE.

Die Korrektur

Aber wo wollen sie den Rotstift ansetzen? Wie schon erwähnt hatten sie beim Debüt richtig gelegen. Mehr noch, etwas Neues erschaffen: Eine geschickte wie schweißtreibende Mischung aus gutem Songwriting und cheesigen Eurodance Anleihen, die zur Abwechslung mal nicht lächerlich klingt.

Die Vorabsingle ‚Ohne das ist es nur noch laut' (http://www.youtube.com/watch?v=LogviyOpssQ) die schon seit einigen Wochen die Videoportale unsicher macht, hatte viel versprochen. Das Album löst das Versprechen auch spätestens nach dem zweiten Hördurchgang ein. Da wäre allerdings auch schon der einzige Kritikpunkt: Fand man beim ersten Album noch offensichtliche Parolen wie „Flaschen zerschmeißt man am besten auf Beton" oder „Im Öffentlichkeitsdefizit, zu sagen haben wir nichts" muss der geneigte Hörer hier schon länger warten bis die Satzfragmente einen Sinn ergeben. Ohne Frage haben Hamann und Kolodziej viel mitzuteilen was sie nervt (und was jeden nerven sollte), sei es die Abhängigkeit von den sozialen Netzwerken 2.0 in ‚Das einfache Fluten' oder das Gefühl fehl am Platz zu sein in ‚Trapez', um nur zwei Themengebiete abzudecken. Für interpretierfreudige Hörer ist diesmal auch ein Booklet mit den Texten beigelegt, an dem man seine (Rest-)Kenntnisse vom Deutsch Leistungskurs unter Beweis stellen kann.

Die Übersetzung

Vieles erschließt sich bei dem Album ‚Korrektur nach unten & die Notwendigkeit einer Übersetzung' erst nach mehrmaligem Hören. Wenn zum Beispiel bei ‚Mnchn, schon wieder dunkel' IRA ATARI (ihrerseits ein weiteres viel versprechendes Pferdchen aus dem Audiolith-Stall)den Ohrwurmrefrain „Die Lage stabil, nichts außer Sorgen, die Schweine von heute sind die Schinken von morgen" zirpt, erhält der Track musikalisch wie auch textlich neue Facetten. Denn hier liegt auch die Stärke des Duos: Sie halten die Texte vage genug um ausreichend Spielraum für individuelle Denkanstöße zu ermöglichen.

Wer 80er Jahre Anleihen in Form von Titeln wie ‚Jean Claude' und ‚Lundgren' - vertreten auf dem ersten Album von BRATZE - auf diesem Album vermissen sollte, dem sei das Intro zu ‚Trapez' allerwärmstens ans Herz gelegt. Die dort gesampelten Zeilen aus dem 80er Jahre Klassiker Rambo wurden noch nie unpeinlicher in einen Song eingebaut und bieten die perfekte Steilvorlage für den darauf folgenden Track.

Die Notwendigkeit

An dieser Stelle von Notwendigkeit zu sprechen ist natürlich Ansichtssache, denn das Touren steht ihnen gut zu Gesicht und macht ihnen auch sichtlich Spaß. Wer sich selbst davon überzeugen will, wie viel man innerhalb von 90 Minuten schwitzen kann, der hat an folgenden Abenden die Gelegenheit dazu ... und die sollte man sich bekanntlich nicht entgehen lassen. (mm)

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BRATZE: Korrektur nach unten & die Notwendigkeit einer Übersetzung; Audiolith

Tracklist:

  1. Die auswendigen Muster
  2. Menschen im Minus
  3. Ohne das ist es nur noch laut
  4. Ich und die Geister
  5. Trapez
  6. Mnchn, schon wieder dunkel
  7. Dazu kann man gut klatschen
  8. Pelikan
  9. Das einfache Fluten
  10. Molfsee

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