Frankfurter Allgemeine Zeitung (Frankfurt):
"Was die Deutsche Fußball Liga als verheerenden Rückschlag beschreibt, ist für die Fernsehzuschauer ein Grund zur Freude: Weil das Bundeskartellamt das geplante Vermarktungsmodell für den deutschen Profifußball zurückweist, wird vieles so bleiben, wie es der Fan liebgewonnen hat."
Lübecker Nachrichten (Lübeck):
"Das ist eine gute Entscheidung. Die Bundesliga ist nicht nur ein milliardenschweres Geschäft, sondern in erster Linie ein Sport. Ein Sport mit Millionen von Fans. Für viele dieser Fans ist die Bundesliga am Sonnabend mehr als nur irgendeine TV- Sendung. Es ist Hobby, Ausgleich und Gesprächsthema im Freundeskreis. Viele von ihnen haben aber nicht so viel Geld, dass sie sich mal eben ein Pay-TV-Abo leisten können. Diesen Menschen den sonnabendlichen Fußballspaß zu erhalten, ist nicht das schlechteste Motiv."
Rheinische Post (Düsseldorf):
"Die Fußball-Vermarkter hätten nach den Signalen aus Bonn wissen müssen, wie das Kartellamt tickt. Dass sie die Zeichen ignorierten, ist fahrlässig. Jetzt muss die Liga ein neues Modell vorlegen, und die Prozedur verzögert sich weiter. Das ist nicht im Sinne der Vereine. Die DFL hat sich verzockt."
Südwest Presse (Ulm):
"Die Aufforderung der Behörde, Spiele im frei empfangbaren Fernsehen vor 20 Uhr zulassen zu müssen, ist höchst bedenklich. Denn die Kartellwächter maßen sich damit an, bestimmen zu können, wann eine zeitnahe Information zu beginnen hat und wann sie zu spät kommt. Das kann und darf nicht Aufgabe der Behörde sein."
Freie Presse (Chemnitz):
"Alle Spiele in den europäischen Top-Ligen sind zeitnah nur noch im Pay-TV zu sehen. Es gibt nun mal kein Grundrecht auf Fußball-Gucken im Fernsehen. Fußball ist großes Kino. Wer ihn künftig sehen will, wird dafür mehr bezahlen müssen. So oder so. Aber warum sollten eigentlich die Fußball-Muffel über die öffentlich-rechtlichen Gebühren weiterhin für den Fußball mitbezahlen? Man geht doch auch nicht ins Kino, wenn einen der Film nicht interessiert."