Nezawissimaja Gazeta (Moskau):
"Im Großen und Ganzen versuchen vor allem die Nachbarländer des Kongo und die hinter ihnen stehenden nichtafrikanischen Staaten, eine Befriedung und Stabilisierung des Landes zu verhindern. Denn sollte die Zentralregierung im Osten endlich Ordnung schaffen, könnten Kongos Nachbarn die Bodenschätze dieser Region nicht mehr ungestört ausbeuten."
Iran Daily (Teheran):
"Dass im Osten des Landes Gold- und Diamantenminen existieren, hat den Krieg sicher angeheizt. Die Region ist außerdem reich an einem Metall, das das graue Gold genannt wird: Coltan, das für den Bau von Handys wichtig ist. Vermutlich wäre die Kontrolle des Ost-Kongo nicht so reizvoll, wären die ausländischen Firmen nicht so scharf auf diesen Rohstoff. Deshalb ist es mehr als fair, darauf hinzuweisen, dass sich die großen Industrienationen wenig um das anhaltende Morden in Afrika kümmern. Sie interessieren sich lediglich für ihren unersättlichen Ressourcen-Hunger."
The New Times (Kigali):
"Langanhaltender Frieden kann nur erreicht werden, wenn man die tiefsitzenden ethnischen Konflikte anpackt - vor allem zwischen Hutu und Tutsi. Die internationale Gemeinschaft hat die Bedrängnis der Tutsi im Osten des Kongo ignoriert. Dabei verstärkten die Wahlen im Jahr 2006 die Ängste der Tutsi noch. Schon kurz nachdem sie angesetzt worden waren, Anfang 2005, fingen die Truppen des Rebellenführers Nkunda an, Nicht-Tutu anzugreifen. Nach der Abstimmung nahm die Gewalt noch zu. Die UNO und die EU sahen die Wahlen als ein Zeichen für einen friedlichen demokratischen Prozess. Aber sie riefen mehr Konflikte hervor, als sie lösten, weil vergessen wurde, die Vertretung der Minderheiten angemessen zu organisieren."
Dagbladet (Oslo):
"Nirgendwo gibt es größeren Bedarf an einer Ordnungsmacht und militärischen Friedenseinheiten als in der schönen, aber mit Blut getränkten, Landschaft am Kivusee im Kongo. Die UNO berichtet von Übergriffen auf Zivilisten, Plünderungen und Morden durch Tutsis, Hutus wie auch kongolesische Regierungstruppen. Die Kriegsherren und Milizen im östlichen Kongo müssen entwaffnet werden. Das hätte schon längst geschehen müssen. Nur eine gut ausgerüstete Eliteeinheit der Vereinten Nationen kann die Aufgabe lösen. Würde der Kongo woanders auf der Welt liegen, wäre das auch längst geschehen."
Salzburger Nachrichten (Salzburg):
"Die EU kann was tun - und zwar an der Finanzfront, an der mit großer Sicherheit mehr bewegt und bewirkt werden kann als an der militärischen. Sowohl der Kongo als auch Ruanda, die beiden nationalen Hauptspieler im blutigen Reigen, hängen am Tropf der internationalen Hilfsgelder. Eine sehr gute Portion davon stammt aus Europa. Wer die Mörder im Regenwald zur Räson bringen will, muss hier ansetzen - Appelle sind sinnlos."