Die internationalen Pressestimmen sind fasziniert vom Spannungsgehalt des WM-Finales um den dritten Platz, und freuen sich, dass Deutschland und Uruguay ein dem Anlass würdiges Spektakel abgegeben haben.
Erneuter Gang aufs Podium: Die internationalen Pressestimmen würdigen den Sieg Deutschlands gegen Uruguay als das Ergebnis des festen Willens, nie aufzugeben.
Nach einem Eröffnungstreffer von Shooting Star Thomas Müller in der 19. Minute hatten die letzten verbliebenen Südamerikaner im Turnier wieder Oberwasser gewinnen können und waren gegen den Weltmeister von 1990 mit Toren von Cavani und Furlan in der 28. und in der 51. in Führung gegangen. Letztlich machten aber Marcell Jansen in der 56. und Sami Khedira in der 82. Spielminute den Sack für Deutschland zu.
Den allgemeinen Tenor der Pressestimmen aus Europa gibt der italienische 'Corriere della Sera' wieder, indem die renommierte Tageszeitung titelt: "Deutschland erreicht das Podium mit einem Akt der Willensstärke. Uruguay wurde besiegt, aber dennoch gefeiert."
Im Fließtext heißt es dann: "Das ist der Preis für eine Mannschaft, die in gewissen Momenten den schönsten Fußball des Turniers geboten hat. Das kleine Finale war eine unordentliche, lustige und torreiche Partie voller Fehler. Deutschland hat dank überlegener Willenskraft gewonnen. Löw hat das Experiment von vier Jahren wiederholt, als er den Ersatzspielern mehr Platz einräumte."
In Mailand titelt auch die 'Gazzetta dello Sport': "Achterbahn. Von wegen kleines Finale, Torreigen. Deutschland ist WM-Dritter." Unterm Strich scheint es dem rosafarbenen Blatt Uruguay jedoch stärker als Deutschland angetan zu haben: "Das Ergebnis trügt, wenn man sich die Torchancen anschaut. Uruguay hatte klarere und zahlreichere Möglichkeiten. Joachim Löw kann jetzt jedenfalls in aller Ruhe die EM-Quali im Nachbarland Polen angehen, und dabei die Gelassenheit desjenigen genießen, der frühzeitig eine starke Gruppe geformt hat - und die ganze Nation hinter sich stehen hat."
Bezüglich der Einzelwertungen hebt die 'Gazzetta' abermals die Leistung von Knipser Thomas Müller hervor: "Dieses Turnier kann er sich einrahmen: Er trifft fünfmal. Und in der zweiten Halbzeit konzentrierte er sich auf das Abgeben guter Pässe." Aber auch Torwart Hans Jörg Butt kommt sehr gut weg: "Vom dritten steigt er zeitweilig zum ersten Torwart auf: So äußert sich Löws Dankbarkeit jemandem gegenüber, der auch ohne im Rampenlicht zu stehen immer alles gibt. Er bedankte sich seinerseits mit drei tollen Paraden."
In Turin titelt indessen 'Tuttosport': "Khedira, der letzte Schrei eines multiethnischen Deutschlands. Uruguay streckt erst ganz am Ende nach einem unglaublichen Auf und Ab der Gefühle die Waffen - Deutschland ist Dritter." Im Detail analysiert die Tageszeitung dann: "Paul, die Krake, liegt einfach immer richtig. Er hatte den dritten Platz für Deutschland vorhergesagt, und so war es dann letztlich auch. Im strömenden Regen von Port Elizabeth muss Löws herrliches multiethnisches Deutschland sich aber von Herzen bei Muslera bedanken. Der Torwart von Lazio Rom hat alles zunichte gemacht, was seine Teamkollegen aufgebaut hatten."
Ganz ohne Meeresfrüchte kommt auch nicht der Römer 'Corriere dello Sport' aus, der da schreibt: "Deutschland ist Dritter, die Krake siegt erneut. Was für eine Show! Deutschland bestätigt die deutsche WM-Platzierung von vor vier Jahren, und gibt Paul recht. Wie so oft bei Begegnungen dieser Art waren es nicht Sturm-Verdienste, die den Unterschied machten, sondern die Schwächen in der Verteidigung. Es handelte sich dabei um die typischen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite, die am Ende einer langen und stressigen einfach vorkommen."
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In den Einzelwertungen ist es abermals Thomas Müller, der das Rennen als Bester im deutschen Team macht: "Er trifft mit außergewöhnlicher Reaktionsgeschwindigkeit, als er hervorragend von der Abseits-Linie aus startet." Die 'Volksstimme' aus Magdeburg hingegen ist vom deutschen Trainer sehr angetan: "Die freche Rasselbande von Bundestrainer Löw hat nicht nur glänzende Perspektiven, sondern mit ihrem erfrischenden Offensivstil weltweit begeistert und das Qualitätssiegel made in germany neu belebt. Das ist beinahe so hoch zu bewerten wie ein vierter WM-Titel."