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05.07.2010TRIUMPH DER INTEGRATION

Pressestimmen zu Deutschland-Argentinien: 'Müller, Klose und Schweinsteiger überragend'

Die internationalen Pressestimmen sind hin und weg von der Leistung Deutschlands im WM-Viertelfinale gegen Argentinien, und heben insbesondere das Wirken von Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose hervor.

Vierfacher Paukenschlag aus heiterem Himmel: Europas Pressestimmen bejubeln den haushohen Sieg, den Deutschland gegen Argentinien einfahren konnte, und äußern sich bewundernd über die Leistungen von Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose als Diamantspitzen eines überragenden Teams.

Mit einem veritablen Torreigen hatten die DFB-Eleven von Bundestrainer Joachim Löw die großspurigen Äußerungen von Diego Armando Maradona vergessen gemacht, der am Ende der denkwürdigen Partie wie ein begossener Pudel aus der Wäsche guckte. Thomas Müller kann hingegen das Verdienst verbuchen, bereits in der dritten Minute das Spiel per Kopfball in eine vorteilhafte Schräglage gebracht zu haben, bevor Miroslav Klose zweimal und sogar Verteidigungsfels Arne Friedrich zum Treffer kamen.

Die sich vor Staunen überschlagenden Pressestimmen eröffnet die italienische Tageszeitung 'Gazzetta dello Sport' mit dem Titel: "Planiert! Deutschland-Argentinien 4:0. Drama Maradona, WM unter Schock. Auch Messi stürzt. Alle großen Stars sind draußen." Im Kommentar von Paolo Condò heißt es dann: "Um diesen Triumphmarsch des neuen Deutschlands zu verstehen, müsst ihr nicht sofort an die Jungs denken, die im Kapstadter Stadion Messi und Konsorten filettiert haben. Erst müsst ihr an ihre Väter denken."

Der Mailänder Journalist rückt das spektakuläre Ergebnis in den Kontext gelungener Integration: "Ihr müsst an den Tunesier, den Türken, den Bosnier, und an die Polen denken, die vor vielen Jahren alleine oder mit Familie nach Deutschland ausgewandert sind, deren Kinder dort mit den hochgewachsenen blonden Kindern der Nachbarn in die Schule gingen. In dem Alter gibt es keinen Unterschied in Sprache, Traditionen und Hautfarbe, der nicht beim gemeinsamen Fußballspiel verschwände."

Das Fazit zu Deutschland-Argentinien lautet also melancholisch in die Vergangenheit blickend: "Um diese wunderschöne WM Deutschlands zu verstehen, müsst ihr euch die Opfer dieser emigrierten Väter vorstellen. Sie haben ein gutes Geschäft gemacht, denn im Gegenzug wuchsen vor ihren Augen diese gesunden, sauberen, starken und ehrgeizigen Jungs auf. Das Geheimnis des ungeheuer schlagkräftigen Teams von Joachim Löw besteht darin, dass Deutschland vor allen anderen die neue Welt verstanden hat und den Wandel gestaltet hat, statt sich von ihm erschrecken zu lassen."

In den Einzelwertungen kommt Thomas Müller als Bester Weg: "Er trifft zum 1:0, erfindet das 3:0, spaltet Argentinien mit jedem Sprint wie eine reife Melone: Er ist ein Phänomen." Aber auch von Bastian Schweinsteiger ist begeistert die Rede: "In seiner Doppelrolle als Ballbeschaffer und Spielmacher ist er fast schon monströs." Miroslav Klose wird ebenfalls gehuldigt: "Zwei Tore und ein Beinahe-Treffer. Er bewegt sich wie ein Besessener und ebnet den Weg für Müller und Podolski."

In Rom befasst sich auch der 'Corriere dello Sport' mit dem Viertelfinale, und titelt: "Deutschland überrollt Diego: Völlig enthemmt knallen sie Argentinien vier Treffer vor den Latz." In der Analyse heißt es dann: "Niemand hätte gedacht, dass der neue Zyklus so schnell Früchte tragen würde, aber die Solidität und der Unternehmergeist, die Löw miteinander verbunden hat, haben überrascht. Vier Tore gegen Capello und vier gegen Maradona sprechen eine klare Sprache."

Auch das Blatt aus der italienischen Hauptstadt sieht ein magisches Trio aus dem Hause FC Bayern München am Werk. Zu Bastian Schweinsteiger schreibt es: "Herausragende Leistung, außergewöhnliche Vorbereitung vor Friedrichs Tor. Er steht einen Tick über den anderen." Miroslav Klose hat sich den Römern zufolge seinen Platz in der Geschichte bereits gesichert: "Ein Doppelpack, und er hat Gerd Müller erreicht. Seine WM hat er schon gewonnen." Thomas Müller sei ebenfalls unglaublich gewesen: "Thomas entsichert die Partie und bringt das argentinische Selbstbewußtsein ins Wanken. Er ist es, der Podolski vom Boden aus in Bewegung setzt, damit Klose zum ersten Mal treffen kann."

Aus Turin titelt unterdessen 'Tuttosport': "Schock für Argentinien, Super-Deutschland verpasst Diego vier Ohrfeigen. Götterdämmerung." Im Fließtext resümiert die Sportzeitung dann: "Die deutsche Presswalze hat Messis Argentinien asphaltiert. Das war kein wirkliches Match, weil auf dem Spielfeld nur ein Team am Werk war: das mit dem schwarzen Trikot, das den hochnäsigen Rivalen mit 4:0 eine historische Abreibung verpasst hat."

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Auch die Finanzzeitung 'Il Sole 24 Ore" aus Mailand widmet der Begegnung einen Beitrag auf der ersten Seite unter dem Titel: "Deutschland demütigt Argentinien. Das deutsche Modell. Diese Nationalmannschaft geht aus einem richtig eingefädelten Integrationsprozess hervor und aus einer Liga, in der Familien für ausverkaufte Stadien sorgen und jeder gewinnen kann."

Der renommierte 'Corriere della Sera' subsumiert: "Bastian Schweinsteiger war allgegenwärtiger Regisseur und passgenauer Ballbeschaffer in einem. Das offizielle Turnierbier hat ihn zum besten Spieler des Matches gekrönt. Beim 3:0 hat er gezaubert, wie es sonst nur Messi kann. Er verdient ein Monument."

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