Die internationalen Pressestimmen attestieren Deutschland ein souveränes Bestehen in der Vorrunde der WM 2010, trotz des Ausrutschers gegen Serbien. Insbesondere Philipp Lahm und Mesut Özil werden als Garanten des Weiterkommens gewürdigt.
Solide Leistung: Europas Pressestimmen werten den Sieg von Deutschland gegen Ghana als verdient, und sehen in Philipp Lahm und Mesut Özil die Bollwerke der DFB-Elf.
Dennoch glich die gestrige Begegnung in Johannesburg einer Zitterpartie, die nur der Wahl-Bremer in der sechzigsten Minute mit einem Meisterschuss von der Strafraumgrenze aus entschied. Die Afrikaner präsentierten sich ihrerseits sehr stark, brachten Joachim Löws Team immer wieder in Bedrängnis und erspielten sich insgesamt sechs Torchancen. Zweimal war es der deutsche Kapitän höchstpersönlich, der in letzter Sekunde retten und Schlimmstes verhindern musste.
Kein Wunder also, dass die ausländische Presse in Mesut Özil und Philipp Lahm die beiden stärksten deutschen Spieler ausmacht. Die Mailänder 'Gazzetta dello Sport' urteilt über zweiteren: "Er verpasst die Chance zum 1:0 und mutiert daraufhin zum Presslufthammer. Er rettet Gyans Schuss auf der Linie, mauert Ayews Torchance weg und verspielt keinen einzigen Ball." Ganz Generell urteilt das rosafarbene Sportblatt: "Das ist das Deutschland der Zukunft."
Zum 21-jährigen Regisseur schreibt hingegen der Römer 'Corriere dello Sport': "Er variiert viel, spielt auf Zehenspitzen und verschießt gleich zu Beginn eine kolossale Torchance, als er alleine vor Kingson steht. Das große Verdienst, Deutschland ins Achtelfinale gehievt zu haben, geht aber an ihn. Und das ist nicht wenig. Über lange Strecken schien er zwar nur aus dekorativen Gründen auf dem Platz zu stehen, mit seinem linken Fuß könnte er aber sogar Origamis falten."
Die Renommeezeitung 'Corriere della Sera' kommt zu einem ähnlichen Schluss: "Mesut Özil hat eine riesige Chance in der ersten Halbzeit vergeben, aber in der zweiten hat er zugeschlagen. An der Strafraumgrenze zögerten Pantsil und Mensah einen Augenblick zu lange, woraufhin der Deutschtürke direkt unter die Latte hielt. Dieses Tor macht unmißverständlich deutlich, warum Werder Bremen ihn behalten und Diego an Juventus verkauft hat." Das Fazit: "Das Ergebnis ist letztlich gerecht, weil Deutschland in der eigenen WM-Gruppe den besten Fußball gespielt hat, und Ghana ein sehenswertes Team ist."
Aus den Niederlanden blickt das Massenblatt 'De Telegraaf' bereits voller Vorfreude nach vorne auf das Achtelfinale: "Dank einem 1:0 gegen Ghana steht Deutschland an der Spitze von Gruppe D, und trifft nun auf England. Die beiden Großmächte werden sich am Sonntag um 16 Uhr in Bloemfontein gegenüberstehen. Mesut Özil versenkte den Ball präzise aus großer Distanz." Die holländischen Leser scheinen dabei Deutschland gute Titelchancen einzuräumen, schrieb doch ein 'Telegraaf'-User namens T.L. aus Edam: "Angesichts dieser Spielweise prophezeie ich, dass Deutschland wieder Weltmeister wird."
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Etwas skeptischer urteilt indessen 'L'Equipe' aus Paris: "Ihre Zuversicht nach diesem Spiel ist auf eine Weise beeindruckend, wie es ihre heutige Leistung nicht war. Aber essentiell war natürlich das Weiterkommen." Aus Spanien beschwört 'Marca' bereits den Klassiker am Sonntag - und spricht von "Begegnung des Todes".
Kein Wunder also, dass die Kommentare in Großbritannien am parteiischsten ausfallen. Der Londoner 'Guardian' etwa frohlockt: "Fabio Capello dürfte sich von der Reihe von Abwehrfehlern ermutigt fühlen - und dem Anblick eines Bastian Schweinsteigers, der sich nach seiner Auswechselung am Spielfeldrand den Oberschenkel hielt." (mso)