Star-Verteidiger Rafinha von Schalke 04 bleibt im eigenmächtig verlängerten Urlaub - und Transfer-Anwärter Juventus Turin reibt sich die Hände. Wie italienische Medien berichten, setzen die 'Bianconeri' nun auf den ganz großen Preisverfall. Nach dem Brasilianer soll allerdings hinter den Kulissen auch der FC bayern München die Fühler ausstrecken.
Des einen Leid ist des andern Freud: Das gilt im Augenblick zwischen Schalke 04 und Juventus Turin im Fall Rafinha um so mehr.
Während Felix Magath ob der Eskapaden seines brasilianischen Juwels außer sich ist vor Wut, reiben sich die Turiner die Hände. Die jüngsten Sperenzien des Ballgenies werden beim italienischen Rekordmeister mit unverhohlener Hoffnung begleitet - wenn alle Stricke reißen könnte Schalke nämlich gezwungen sein, eine wesentlich niedrigere Ablöse als die anfangs anvisierten zwölf Millionen Euro zu verlangen.
Die italienischen Sportmedien sprechen in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache. Magath hatte am gestrigen Mittwoch gegenüber dem 'Kicker' erklärt: "Ich weiß nicht, wo er steckt. Ich muss mich erstmal informieren, was passiert ist." Seitdem überschlagen sich die Spekulationen.
Die traditionell Juve nahe stehende 'Tuttosport' ist in ihren Ausführungen am gründlichsten. Das Medium rekonstruiert die Hintergründe des verlängerten Rafinha-Urlaubs wie folgt: "Auf der Fährte des Spielers sind seit geraumer Zeit sowohl der FC Bayern München als auch Juventus Turin. Vor allem der Turiner Club sieht in ihm den richtigen Mann, um einen veritablen Qualitätssprung hinzulegen."
Dem rebellischen Verhalten des Spielers mißt 'Tuttosport' fundamentale Bedeutung bei: "Der Verteidiger wollte bereits im Sommer verkauft werden, aber der Club verlangte, um ihn an sich zu binden, die hohe Summe von zehn Millionen Euro, und schreckte so jeglichen Käufer ab. Jetzt will er mit diesem Verhalten endgültig mit Deutschland brechen und setzt auf dieselben Methoden, die all jene anwenden, die ihres Einsatzortes überdrüssig sind."
Allerdings sieht 'Tuttosport' auch die lange Hand anderer Kräfte am Werk: "Es bleibt abzwuarten, ob hinter dieser Haltung der Druck eines anderen Clubs steht: Die nächsten Schachzüge von Bayern Münchenund Juventus müssen genau beobachtet werden."
Der 'Corriere dello Sport' aus Rom spricht hingegen konkret die Turiner Hoffnung an, dass Rafinha seinen eigenen Preis in den Keller treiben könnte: "Diese Entwicklungen verfolgt Juve mit besonderem Interesse, weil Rafinha dort sehr begehrt ist und sein Marktwert umdie zehn Millionen infolge eines offenen Bruchs mit den Deutschen nach unten revidiert werden müsste."
Am vergangenen Donnerstag hatte die italienische Sportzeitung 'Gazzetta dello Sport' berichtet, der Star-Brasilianer sei Juve erstmal nur sechs Millionen Euro wert. Bei der Summe handelt es sich genau um die Hälfte dessen, was die Königsblauen eigentlich fordern. Der Wechselwille des sowohl rechts (Stammplatz) wie links einsetzbaren Verteidigers war allerdings eindeutig gewesen.
Das Mailänder Blatt zitierte den Südamerikaner wie folgt: "Ich will weg und Juventus Turin und Real Madrid sind zwei großartige Teams. Ich brauche jetzt eine neue Erfahrung, muss in eine andere Liga wechseln." Er bekräftigte: "Ich will sofort weg."
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Bislang ließ sich die Gelsenkirchener Vereinsführung jedoch nicht ins Bockshorn jagen. Der Brasilianer steht noch zwei ganze Jahre unter Vertrag, daher muss bei einem eventuellen Weggang auch der Preis stimmen - und der beläuft sich nunmal laut Schalke 04 auf zwölf Millioen. Bei der Hälfte stiege Juventus hingegen sofort ein. Bis zu zehn Millionen soll man dem Vernehmen nach auszugeben bereit sein.